Ausgabe 4/2011
20.12.2011

Bildbewegungen. Räume des Filmischen
Die verstärkte Integration von raumtheoretischen Aspekten in den Sozial-, Kultur- und Medienwissenschaften hat auch dem Denken über das Medium Film und seine Aufführungskontexte neue Fragestellungen eröffnet bzw. zur Neubewertung traditioneller Erklärungskonzepte geführt. Dabei sind die geographische Dimension des Orts und die soziokulturelle Rahmenbedingung des Raums sowohl für theoriebezogene als auch für analysegerichtete Untersuchungen unverzichtbar geworden.
Der Schwerpunkt Bildbewegungen. Die Räume des Filmischen, der von Thomas Ballhausen koordiniert wurde, versammelt kritisch-reflexive Argumentationen, aufschlussreiche Fallstudien sowie erwägungsorientierte Beiträge in klärender Absicht.
Editorial
Editorial 4/2011
Schwerpunkt
Jana Koch analysiert anhand des Films Prinzessinnenbad (D 2007) die Inszenierung des Stadtteils Berlin Kreuzberg.
Städte präsentierten sich Anfang des 20. Jahrhunderts als Kulturraumverdichtungen in Form eines geregelten, übersichtlich genormten Ambientes. Das zeitgenössisch jüngste Medium, die Kinemathographie, hat sich seit ihren Anfängen immer wieder darum bemüht, das urbane Regelwerk aus der Makroperspektive auf Filmstreifen zu dokumentieren. Günter Krenn analysiert dies anhand österreichischer Serienkomiker in der Stummfilmzeit.
Anna Dobringer, Silvester Stöger und Karl Wratschko untersuchen eingehend die sozialen Räume und inhaltlichen Ebenen des Films "Das Einküchenhaus".
Mit "Spider" verfilmte David Cronenberg einen Roman von Patrick McGrath, der von der schizophrenen Auflösung des Ich und der Subjektivität erzählt. Katharina Prazuch untersucht derartige Identitätsverflüssigungen anhand der Räume des Filmischen.
Die Stadt bietet vor allem eines: Widersprüche - und diese mitunter auf engstem Raum. Prunkvolle Villen neben heruntergekommene Bruchbuden, schlichte Gemüter neben scharfsinnigen Genialitäten, Verfolgungswahn und Geborgenheit. Kaum wunderlich, dass die Stadt gern zum Thema künsterlischer Verarbeitung wird - dies trifft in besonderer Weise auf die beiden Kriminalromane „The City and The City“ verfasst von China Miéville und auf Michel Butors "Zeitplan" zu und bedienen sich dabei der Mittel des Film Noir. Dieser Fährte, nämlich die Cineastik in Literatur aufzuspüren, wird hier näher auf den Grund gegangen.
Thematische Auswahlbibliographie zur Raumtheorie und zum Verhältnis Film-Raum
Der Stummfilmerklärer ist eine selten eingehend analysierte Sozialart in der Filmgeschichte, deren Spuren Anna Denk nachgeht.
Die Wirkungsstätte der Wissenschaft ist im Film zumeist ein Ort des Grauens, ein Raum voller geheimnisvoller Flüssigkeiten, seltsamer Apparaturen und konservierter Körperteile, in dem ein verrückter Wissenschaftler perfide Experimente durchführt. Karin Kaltenbrunner geht dieser Überlappung von inszenierter Wissenschaft und Filmgeschichte anhand verschiedener Verfilmungen von Mary Shelleys "Frankenstein" nach.
Forschung
Werbung ohne Grenzen: Wie können bestehende Konzepte zur Förderung der Werbekompetenz von Kindern optimiert werden?
Mittlerweile ist die Durchdringung individueller und kollektiver Lebenswelten mit ubiquitären Informations- und Kommunikationstechnologen (IKT) längst Fakt. Getrieben durch technischen Wandel wachsen Medien zusammen; sie konvergieren technisch, ökonomisch, kulturell und narrativ. Diesem Umstand gehen Christian Filk, Hanno Schauer und Amina Ovcina Cajacob in diesem Beitrag nach.
Messen was sich ständig ändert: zur Messung von ICT-Literacy auf der Grundlage des CIL-Konzeptes in der IEA-Studie ICILS 2013.
Praxis
Jährlich wird vom bmukk der [mla] - media literacy award ausgeschrieben. Eine Veranstaltung, die den vielen schulischen Medienproduktionen eine Bühne bietet. Hier ein Review des [mla] 2011 und eine Einladung 2012 mitzumachen.
filmABC will bei Lehrkräften und Jugendlichen Interesse an der Arbeit mit Film im schulischen Kontext entfachen, eine ganzheitlich kreative Lehr- und Lernkultur fördern und dabei die Umsetzung des Unterrichtsprinzips Medienbildung unterstützen – die Fortbildungsreihe „Film trifft Schule“ für Lehrerinnen und Lehrer ist dafür eine tragende Säule.
Trotz Reduktion des (Seiten-)Umfangs spielt im Kinder-KURIER die Vermittlung von (Medien-)Kompetenz und Empowerment eine große Rolle - in den Zeitungs-Workshops in- und außerhalb der Redaktion.
Eine einfache Möglichkeit, große Datenmengen per E-Mail zu verschicken.
Die Umsetzung eines Medienprojekts ist nicht immer leicht. Darum versucht die ZAG Medien interessierte Lehrer und Lehrerinnen so gut wie möglich dabei zu unterstützen.
Medienproduktionen werden kaum dafür gemacht in der Schublade zu enden. Was gilt es zu beachten, um Produktionen aus der aktiven Medienarbeit auch öffentlich zu nutzen? Der folgende Text bezieht sich zwar auf die Schule, ist jedoch sinngemäß im außerschulischen Bereich anwendbar.
Bildung - Politik
Die Tagung Medien – Wissen – Bildung 2011 bot Forschern, Künstlern und Interessierten verschiedener Disziplinen ein Forum, die kulturellen und ethischen Grundlagen und Bedeutungen des Teilens in digitalisierten Gesellschaften in seinen zahlreichen Dimensionen zu diskutieren.
In den letzten Monaten hat sich in Wien eine medienpädagogische bottom-up Initiative gebildet, die sich zum Ziel gesetzt hat, Medienbildung in den bildungspolitischen Diskurs einzubringen.
Kultur - Kunst
Es ist wie mit der Wissenschaft. Wer sich in einem Diskurs auskennen will, muss diesen ergründen - AutorInnen identifizieren, Bücher lesen, Debatten rückverfolgen etc. Für das Arbeiten mit Videos heißt das: Videos ansehen, ansehen, ansehen! Stundenlang.
Neue Medien
Welche Rollen spielen digitale Online-Welten? Welchen Einfluss nehmen Internet-Communities (Facebook, MySpace & Co.) auf unseren Alltag? Stehen wir vor einem weitreichenden gesellschaftlichen Umbruch durch virtuell vernetzte Räume?
Die Filmwissenschaftler Robert von Dassanowsky und Oliver C. Speck haben mit New Austrian Cinema einen beeindruckenden und wichtigen Sammelband zum österreichischen Gegenwartskino vorgelegt.
Barbara Filser setzt sich in ihrer Monographie zu Chris Marker mit einem der großen Unbekannten der Filmgeschichte auseinander und reflektiert anhand seiner Arbeiten über das Spannungsverhältnis Film und Erinnerung.
Spiele und Videogames werden vordergründig lediglich als Unterhaltung und Ablenkung wahrgenommen. Mary Flanagan wirft einen kulturhistorisch sowie künstlerisch gefärbten Blick hinter den Vorhang einer ansonsten meist einseitigen Sondierung von Spiel und der immer populärer werdenden virtuellen, elektronischen Spielform.
Ankündigungen
Im Laufe von eineinhalb Tagen findet ein Austausch über Meinungen und Ideen, Konzepte und Beispiele der Medienpädagogik statt. Wir wollen uns vernetzen und gemeinsam über Perspektiven und Strategien für eine medienpädagogische Grundversorgung beratschlagen.