Forschung

4/2017 - Kreativität/Ko-Kreativität

Anmerkungen zu angstauslösenden Potenzialen fiktionaler Filme und Fernsehsendungen und pädagogischen Implikationen in der frühen Kindheit

AutorIn: Fabian Hemmerich

In diesem Beitrag erläutert Fabian Hemmerich die Bedeutung von Film- und Fernseherziehungsmaßnahmen, die Klein- und Vorschulkinder vor ungeeigneten Inhalten schützen sollen. Zur Veranschaulichung wird dabei auch auf relevante Forschungsbefunde Bezug genommen ...

Abstract

Der Beitrag behandelt film- und fernsehbedingte Ängste in der frühen Kindheit und deren pädagogische Konsequenzen. Dabei werden Möglichkeiten zum Umgang mit schon vorhandenen Ängsten sowie insbesondere Möglichkeiten zur Angstprävention aufgegriffen. So wird erörtert, warum für eine Film- und Fernseherziehung in der frühen Kindheit stets auch bewahrpädagogisch orientierte Maßnahmen, die Verbote bestimmter Sendungen einschließen, wichtig sind. Zur Verdeutlichung wird auf Besonderheiten der frühkindlichen kognitiven Entwicklung aufmerksam gemacht, die mit einer möglichen Angst-Auslösung in Verbindung stehen. Zudem werden typische furchteinflößende Darstellungsmerkmale in fiktionalen Sendungen sowie typische Angstreaktionen in der frühen Kindheit beschrieben. Außerdem wird der Stellenwert offizieller Altersfreigaben und sonstiger Kinder- und Jugendschutzmaßnahmen zur Angstprävention diskutiert. Schließlich werden fünf konkrete erziehungsbezogene Hinweise für Eltern und sonstige Bezugspersonen formuliert.

This article is concerned with fears induced by television or films in early childhood and their pedagogical consequences. Opportunities to deal with already existing fears are addressed, but in the focus of interest are opportunities to prevent such fears. Therefore it will be discussed why restrictive mediation of media, including rules to limit the content a child is allowed to access, is particularly important in early childhood. To emphasize this, specific characteristics of the cognitive development in early childhood that are related to the possible emergence of fear are explained. In addition typical fear-inducing features in fictional programs as well as typical fright reactions in early childhood are described. Furthermore the importance of official age ratings and other legal protection measures for children and adolescents is discussed. At the end of this article five education-related advices for parents and other caregivers are expressed.


1. Einleitung

Bereits in der frühen Kindheit (im Folgenden immer definiert als die gesamte Altersphase von 0 bis 6 Jahren) ist Fernsehen für die meisten Kinder im deutschsprachigen Raum längst fester Bestandteil ihres Alltags. So lassen repräsentative Untersuchung sowohl für Deutschland als auch für Österreich (dort zumindest für das Bundesland Oberösterreich, in dem entsprechende Daten erhoben wurden) erkennen, dass ab 3 Jahren bereits fast alle Kinder zumindest ab und zu Fernsehen schauen (mpfs 2015, Education Group 2016). In der deutschen miniKIM-Studie wurden dabei auch die populärsten Sendungen in der Altersgruppe 0-5-Jähriger in den Blick genommen. Hierzu zählten unter anderem "Unser Sandmännchen", "Die Sendung mit der Maus", "Wickie und die starken Männer" und "Sesamstraße" (mpfs 2015). All diese Sendungen, bei denen teils neben einem reinen Unterhaltungs- zugleich ein Bildungsanspruch erkennbar ist, sind längst als "altbewährte Klassiker" zu begreifenden, die vielen Eltern nicht nur selbst bestens bekannt sind, sondern von ihnen in der Regel auch äußerst wertgeschätzt werden (Guth 2007). Solange sich die Dauer des Fernsehkonsums in einem angemessenen Rahmen bewegt, scheint grundsätzlich nicht viel dagegen zu sprechen, zumindest Kindern ab 3 Jahren ab und zu das Anschauen solcher Sendungen zu gestatten.

Jedoch sind natürlich nicht alle Sendungen bereits für Vorschulkinder (im Folgenden immer definiert als Kinder im Alter von 3-6 Jahren)geeignet, geschweige denn für Kleinkinder (im Folgenden immer definiert als Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren). Ein besonders wichtiger in diesem Zusammenhang zu berücksichtigender Faktor ist das Risiko potentiell angstauslösender Darstellungen. Denn wie unter anderem eine aktuelle Meta-Analyse aufzeigen konnte, sind Kinder unter 10 Jahren generell besonders anfällig für die Entstehung von Ängsten durch die vorangegangene Rezeption bestimmter Film- und Fernsehinhalte (Pearce & Field 2016). Entwicklungsbedingt gilt dies speziell in der frühen Kindheit umso mehr. Vor allem jedoch sind gerade Klein- und Vorschulkinder – schon allein aufgrund der vergleichsweise geringen Medienerfahrungen – (noch) nicht in der Lage, selbst vorab beurteilen zu können, welche Sendungen möglicherweise Ängste bei ihnen auslösen. Zur Prävention film- und fernsehbedingter Angst ist daher gerade in dieser Lebensphase vor allem Eltern die Verantwortung zuzusprechen, im Alltag dafür Sorge zu tragen, dass Kinder vor potentiell stark verängstigenden Sendungen bewahrt werden (Hasebrink/Schröder/Schumacher 2012).

Angesichts des umfassenden Film- und Fernsehangebotes, das den meisten Kindern heutzutage potentiell zur Verfügung steht, ist die damit einhergehende Aufgabe, darüber zu entscheiden, welche Inhalte man einem Kind bereits in der frühen Kindheit "zutrauen" kann und welche Inhalte es womöglich noch zu sehr emotional überfordern, jedoch keineswegs als leicht einzuschätzen. Im deutschsprachigen Raum richten sich derzeit mit KiKA, SuperRTL, Nickelodeon und Disney Channel immerhin gleich vier frei zu empfangende TV-Sender zumindest für einen Großteil des Tages mit ihrem Programm explizit an Kinder. Bei einem Pay-TV-Zugang kommen noch weitere Kindersender hinzu. Nicht außer Acht gelassen werden dürfen außerdem die zahlreichen weiteren onlinebasierten Möglichkeiten zur Rezeption von Kindersendungen, etwa durch Online-Video-Portale wie Youtube oder durch kostenpflichtige Video on Demand-Dienste wie z.B. Netflix oder Amazon Prime Video. Mit dem ebenfalls kostenpflichtigen Video on Demand Portal kividoo steht inzwischen sogar ein Angebot zur Verfügung, das ausschließlich Sendungen für Kinder beinhaltet. Sich als erziehungsberechtigte Person jedoch allein aufgrund dieses insgesamt reichhaltigen Angebots an potentiell verfügbaren Kindersendungen darauf zu verlassen, dass diese allesamt zwangsläufig auch für Klein- und Vorschulkinder geeignet sind, wäre wohl ein Trugschluss. So kann z.B. Vieles, das im Fernsehen als "Kindersendung" deklariert und beworben wird, zwar bereits den Sehgewohnheiten älterer Kinder entsprechen, jedoch noch nicht denen von Kindern im Kleinkind- und Vorschulalter. Umso mehr gilt dies natürlich für Sendungen, die sich ohnehin primär an Erwachsene richten, den Kindern aber ebenfalls potentiell zur Verfügung stehen, sofern keine entsprechenden pädagogischen Schutzmaßnahmen Anwendung finden.

Eine Film- und Fernseherziehung, die sich durch Auseinandersetzungen mit Sendungsinhalten auszeichnet und die auch daraus abgeleitete begründete (vorläufige) Verbote ungeeigneter Sendungen beinhaltet, erscheint dementsprechend gerade in der frühen Kindheit durchaus wichtig. Forschungsbefunde einer qualitativ angelegten Familienbefragung lassen deutliche Unterschiede im Hinblick auf die Umsetzung elterlicher Auseinandersetzungen mit Sendungsinhalten erkennen. Basierend auf ihren Befragungsergebnissen unterscheiden Fleischer und Haas (2007) zwischen Eltern aus hohem Anregungsmilieu und Eltern aus niedrigem Anregungsmilieu. Letztere zeichnen sich dabei durch eine vergleichsweise weniger kritische Haltung zu Fernsehangeboten aus und setzen sich tendenziell erst dann gezielter mit den Inhalten von Sendungen auseinander, wenn sie merken, dass deren Rezeption den Kindern Schwierigkeiten bereitet (ebd.). Die Forscherinnen betonen jedoch, dass auch die befragten Eltern, die sich dieser Gruppe zuordnen lassen, durchaus in der Lage sind, gemeinsam mit ihren Kindern über als problematisch erachtete Inhalte zu sprechen, um dadurch z.B. zu versuchen, bereits vorhandene Ängste zu lindern (ebd.). Diese Befunde stimmen insgesamt insofern relativ positiv, als dass sie darauf hinweisen, dass zumindest eine gewisse Auseinandersetzung mit Film- und Fernsehinhalten offenbar in vielen Familien stattfindet, wenn auch mit unterschiedlicher Qualität. Zu bedenken sind bei der Betrachtung der genannten Ergebnisse jedoch sicherlich auch die durch das rein qualitative Forschungsvorgehen bedingte fehlende Repräsentativität sowie das grundsätzliche Problem der möglichen sozialen Erwünschtheit. Eine Dunkelziffer an Eltern mit "Laissez-faire-Haltung", denen es völlig egal ist, was genau ihre Kinder anschauen und sich womöglich auch um die Dauer des Film- und Fernsehkonsums nicht weiter kümmern, ist grundsätzlich durchaus denkbar, auch wenn sie empirisch oft nur schwer zu erfassen ist.

In diesem Artikel soll der Frage genauer nachgegangen werden, inwiefern in der frühen Kindheit durch bestimmte Darstellungen in fiktionalen Fernsehsendungen und Filmen Ängste ausgelöst werden können und welche Schlussfolgerungen sich daraus für eine Film- und Fernseherziehung ergeben, die sowohl effektive Angstpräventionsmaßnahmen umfasst als auch Maßnahmen eines angemessenen Umgangs mit bereits vorhandenen Ängsten. Der Beitrag fokussiert dabei ganz bewusst fiktionale Sendungen, also Filme oder Serien, die sich durch eine frei erfundene (ggf. an realen Ereignissen orientierte) Handlung auszeichnen. Denn die Ergebnisse der miniKIM-Studie zu den beliebtesten Sendungen bei Klein- und Vorschulkindern lassen erkennen, dass gerade fiktionale TV-Formate in dieser Altersgruppe einen besonders hohen Stellenwert genießen (mpfs 2015). Nicht-fiktionale Sendungen (z.B. Unterhaltungsshows oder Dokumentationen) weisen zudem in vielerlei Hinsicht andere Charakteristika bezüglich ihrer Darstellungen auf, deren zusätzliche Erörterung den Rahmen der folgenden Ausführungen sprengen würde. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass manche der nachfolgend erörterten Aspekte trotzdem auch auf nicht-fiktionale Sendungen zutreffen. Ohnehin ist zu bedenken, dass manche Kindersendungen, wie z.B. "Die Sendung mit der Maus", sowohl fiktionale als auch nicht-fiktionale Bestandteile enthalten. Im ersten Abschnitt dieses Artikels soll zunächst näher erörtert werden, warum in den weiteren Ausführungen eine zu großen Teilen bewahrpädagogisch orientierte Argumentation im Vordergrund steht. Dies erscheint nicht zuletzt deshalb wichtig, da bewahrpädagogische Positionen in wissenschaftlichen medienpädagogischen Diskursen der letzten Jahrzehnte eigentlich eine vergleichsweise geringe Rolle spielen. Es soll daher herausgestellt werden, warum zur Thematisierung des hier behandelten Gegenstands frühkindlicher film- und fernsehbedingter Ängste und deren pädagogischer Implikationen auch bewahrpädagogische Argumente als unerlässlich empfunden wurden.

Im zweiten Abschnitt des Artikels stehen kognitive Entwicklungsmerkmale in der frühen Kindheit, und zwar insbesondere im Hinblick auf die Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen Realität und Fantasie, im Vordergrund. Die Entwicklung dieser kognitiven Fähigkeit steht mit dem Vorkommen etwaiger emotionaler Angstreaktionen während oder nach der Film- und Fernsehrezeption bei Klein- und Vorschulkindern in enger Verbindung. Insofern ist deren Erörterung unter Bezugnahme auf empirische Forschungsbefunde auch deshalb als wichtig anzusehen, um danach im dritten Abschnitt dieses Artikels veranschaulichen zu können, warum genau ganz bestimmte Merkmale fiktionaler Film- und Fernsehdarstellungen für Klein- und Vorschulkinder angsterregend sein können. Sowohl Merkmale typischer angstauslösender Film- und Fernsehinhalte als auch Merkmale typischer Angstreaktionen in der frühen Kindheit sind Gegenstand des dritten Artikelabschnitts, in dem ebenfalls die Bezugnahme auf empirische Forschungsbefunde eine besonders wichtige Rolle spielt. Im vierten Abschnitt des Artikels wird anschließend noch der Stellenwert offizieller Altersfreigaben und damit einhergehender gesetzlicher Maßnahmen des Kinder- und Jugendschutzes zur Prävention film- und fernsehbedingter Angst näher beleuchtet. Der fünfte Abschnitt des Artikels bezieht sich dann gänzlich auf Implikationen für eine Praxis der Film- und Fernseherziehung, die sich aus den vorangegangenen Ausführungen ergeben. Hierzu werden fünf konkrete Hinweise an Eltern und sonstige erwachsene Bezugspersonen (z.B. pädagogische Fachkräfte in Kitas) formuliert. Diese Hinweise beziehen sich allesamt auf Präventionsmöglichkeiten film- und fernsehbedingter Ängste bzw. auf Möglichkeiten eines angemessenen Umgangs mit bereits vorhandenen film- und fernsehbedingten Ängsten von Klein und Vorschulkindern. Der Artikel schließt mit einem kurzen Fazit. Zu betonen ist an dieser Stelle noch, dass alle folgenden Ausführungen von reinem Überblicks-Charakter sind und daher keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben wird.

2. Der Schutz von Klein-und Vorschulkindern vor film- und fernsehbedingter Angst?

Die etwas "provokant" formulierte Frage in der Überschrift dieses Abschnitts soll auf zwei wichtige Aspekte im Zusammenhang mit der hier behandelten Thematik aufmerksam machen. Zum einen ist die Entstehung film- und fernsehbedingter Angst angesichts des medial geprägten Umfeldes, in dem bereits Klein- und Vorschulkinder aufwachsen, als etwas anzusehen, das sich in der Regel gar nicht immer vermeiden lässt. Zum anderen ist film- und fernsehbedingte Angst aber auch als etwas anzusehen, das gar nicht zwangsläufig immer vermieden werden muss. Beide Aspekte verweisen auf zu beachtende Grenzen bewahrpädagogischer Positionen, bei denen es darum geht, Kindern oder Jugendlichen den Zugang zu bestimmten Medien bzw. Medianangeboten (noch) nicht zu gestatten. Nichtsdestotrotz stehen die Ausführungen dieses Artikels allerdings zu großen Teilen selbst in einer bewahrpädagogischen Tradition, indem vorrangig in den Blick genommen wird, wie und wieso Klein- und Vorschulkinder vor bestimmten angsterregenden Filmen oder Fernsehsendungen (noch) geschützt werden sollten. Die Fokussierung dieses Schutz-Aspektes erfolgt jedoch nicht unbegründet, sondern mit der ausdrücklichen Intention, auf entwicklungsbedingte und pädagogisch zu beachtende Besonderheiten frühkindlicher Film- und Fernsehrezeption aufmerksam zu machen. Zur Umsetzung einer Film- und Fernseherziehung in der frühen Kindheit, die das Ziel verfolgt, die Entstehung starker und nachhaltiger medienbedingter Angstreaktionen zu verhindern oder zumindest zu verringern, erscheint eine Bezugnahme auf bewahrpädagogische Positionen nicht nur sinnvoll, sondern sogar unerlässlich. Da eine ausschließlich bewahrpädagogische Betrachtungsweise film- und fernsehbedingter Angst allerdings ebenfalls nicht unproblematisch ist, soll im Folgenden in einer differenzierten Betrachtung sowohl auf deren Bedeutung als auch auf ihre Grenzen genauer aufmerksam gemacht werden.

Zunächst ist an dieser Stelle explizit zu betonen, dass sich die in diesem Artikel eingenommene bewahrpädagogische Position "nur" auf bestimmte Medienangebote bezieht – und zwar Fernsehsendungen oder Filme mit Darstellungen, die für Klein- und Vorschulkinder in besonderem Maße angsterregend sind. An keiner Stelle hingegen wird im Folgenden – wie es bei einer Extremposition bewahrpädagogischer Art der Fall wäre – davon ausgegangen, Medien an sich (in diesem Fall Film und Fernsehen) seien bereits etwas, vor dem es Klein- und Vorschulkinder unbedingt zu bewahren gelte. Wenn Eltern sich heutzutage bewusst dagegen entscheiden, ihre Kinder bereits im Kleinkind- oder Vorschulalter fernsehen zu lassen, fällt für sie zwar natürlich auch die erzieherische Aufgabe weg, sich mit der Eignung einzelner Sendungen überhaupt auseinandersetzen zu müssen. Die Sinnhaftigkeit einer solchen scheinbaren "Vermeidung" von Schwierigkeiten ist angesichts der mediatisierten Umwelt von Klein- und Vorschulkindern (Fleischer 2014) allerdings zumindest skeptisch zu betrachten. Denn selbst wenn Kindern zuhause das Fernsehen noch nicht gestattet wird, werden sie spätestens mit Beginn der Kindergartenzeit durch den damit einhergehenden Peer-Kontakt ohnehin mit bestimmten Medieninhalten, wie z.B. den bei anderen Kindern beliebten Fernsehfiguren, konfrontiert. Weiterhin kommen Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit auch durch bestimmte Merchandise-Produkte, z.B. Spielzeugfiguren, die denen aus einer Kindersendung nachempfunden sind, schon sehr früh mit Film- und Fernsehinhalten in Berührung.

Die Verwirklichung einer frühkindlichen Erziehung, in der Einflüsse aus Film und Fernsehen völlig ausbleiben, scheitert insofern also schon nahezu zwangsläufig an der Realität oder lässt sich allerhöchstens mit stark übertriebenem Aufwand durchsetzen. Kindheit ist in unserer gegenwärtigen Gesellschaft immer auch als "Medienkindheit" zu denken. Hervorragend lässt sich dies anhand des Konzeptes von Medienbildung zum Ausdruck bringen. Hierbei wird hervorgehoben, dass alle "Bildungs- und Subjektivierungsprozesse sich grundsätzlich in medial geprägten kulturellen Lebenswelten und in medialen Interaktionszusammenhängen ereignen" (Marotzki/Jörissen 2008: 100). Charakteristisch für Bildungsprozesse im Vergleich zu Lernprozessen ist dabei, dass nicht "nur" neue Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben werden, sondern "das Lernen die Bereichsgrenzen überschreitet und sich so das Verhältnis zur materiellen Welt, zur sozialen Welt oder zu sich selbst im Vergleich zu vorher verändert" (Fromme/Biermann/Kiefer 2014: 68). Übertragen auf die Lebensphase Kindheit bringt dieses Verständnis von Medienbildung zum einen zum Ausdruck, dass Kinder als eigenständige Subjekte ständig stattfindender und nicht an bereits vorhandene "Kompetenzniveaus" gebundene Bildungsprozesse anzuerkennen sind (ebd.). Zum anderen wird hierdurch unterstrichen, dass Bildungsprozesse immer auch Medien miteinschließen, dabei jedoch nicht ausschließlich an konkrete pädagogische Kontexte gebunden sind (ebd.). Insofern können frühkindliche Bildungsprozesse also selbstverständlich z.B. auch bei der Rezeption einer Fernsehsendung stattfinden.

Die Zielvorstellung einer vollständig fernsehfreien Kindheit ist nicht bloß aufgrund der Schwierigkeiten ihrer Umsetzung kritisch zu hinterfragen, sondern vor allem auch, weil hierdurch die positiven identitätsstiftenden Potenziale frühkindlicher Film- und Fernsehrezeption gänzlich vernachlässigt werden. So können z.B. im kindlichen Rollenspiel, indem Momente aus rezipierten Sendungen aufgegriffen werden, zentrale Entwicklungsthemen, die Kinder gerade beschäftigen, zum Ausdruck gebracht und im Idealfall auch konstruktiv verarbeitet werden (Uphoff 2001). Viele der bei Kindern beliebten Film- und Fernsehfiguren können außerdem als positive Identifikationsfiguren begriffen werden. Beispielhaft genannt werden kann hier etwa die Figur des stets heldenhaft agierenden "Feuerwehrmann Sam" aus der gleichnamigen Animationsserie. Die mögliche "Vorbildfunktion" eines solchen Fernsehcharakters – besonders für Jungen, bei denen der eigene Berufswunsch des Feuerwehrmanns in dieser Lebensphase ohnehin relativ weit verbreitet ist – sollte keineswegs geringgeschätzt werden. In der Konsequenz des bisher Dargestellten ist letztlich vor allem vor einem zu stark defizitären Blick auf frühkindliche Film- und Fernsehrezeption zu warnen. Dies schließt sogar die mögliche Entstehung film- und fernsehbedingter Angst mit ein. Denn eine Film- und Fernseherziehung, die ausschließlich darauf bedacht ist, Kinder vor allen potentiell furchteinflößenden Inhalten zu schützen, berücksichtigt nicht, dass die Art der bei einer Rezeption ausgelösten Angstreaktionen deutlich variieren kann. So unterscheiden Theunert, Pescher, Best und Schorb (1992) etwa zwischen Angstlust und Angstschrecken. Angstlust tritt ihnen zufolge dann auf, wenn eine Sendung "schön gruselig, nicht ernsthaft beängstigend ist, und das gute Ende gewiß ist" (ebd.: 46). Angstschrecken hingegen tritt auf, wenn es Kindern aufgrund zu großer Betroffenheit durch die Darstellungen der rezipierten Sendung nicht mehr gelingt, eine psychische Distanz zum Handlungsgeschehen aufzubauen und die Kinder somit emotional überfordert werden (ebd.).

Diese Differenzierung macht einerseits deutlich, dass es falsch wäre, film- und fernsehbedingte Angst einseitig und ausschließlich als negativ oder gar entwicklungsgefährdend zu betrachten. Andererseits weist diese Unterscheidung aber auch darauf hin, dass bestimmte Angstreaktionen in der frühen Kindheit eben durchaus (noch) aktiv verhindert werden sollten, da sie mit sehr starken negativen Wirkungen verknüpft sind. Dieser Umstand kann somit als Legitimation einer zumindest ansatzweisen Umsetzung bewahrpädagogischer Positionen dahingehend verstanden werden, dass Klein- und Vorschulkindern die Rezeption bestimmter stark angsterregender Sendungen bewusst (noch) nicht gestattet wird. Eine Film- und Fernseherziehung, die jedoch aus diesem Grund darauf bedacht ist, Kinder vor allen potentiell angsterregenden Sendungen zu schützen, läuft grundsätzlich zugleich Gefahr, dabei zu verkennen, dass Angst nicht per se etwas Schlechtes sein muss. Das Erlernen eines angemessenen Umgangs mit Ängsten kann vielmehr sogar als wichtige Entwicklungsaufgabe verstanden werden (Bachmann 2007). Insofern ist Angst, wenn sie im "geschützten Rahmen" einer Film- oder Fernsehrezeption auftritt, unter bestimmten Umständen womöglich sogar eine wertvolle Erfahrungsquelle für einen späteren positiven Umgang mit Ängsten, die auf realen Gefahrenquellen beruhen (Mikat 2005). Dies wiederum setzt jedoch auch eine vorangegangene konstruktive Verarbeitung der film- und fernsehbedingten Angst voraus, wie sie gerade in der frühen Kindheit oft nur durch die Unterstützung von Eltern oder sonstigen erwachsenen Bezugspersonen geleistet werden kann. Viele Eltern sind jedoch auch der Ansicht, dass Kinder in ihrer realen Umgebung schon genug Ängste verarbeiten müssen und Fernsehen gerade deswegen in erster Linie der Entspannung dienen soll, zur Angstverarbeitung jedoch nicht geeignet ist (Bachmann 2007). Insofern spielen bewahrpädagogische Einstellungen in Bezug auf potentiell angstauslösende Film- und Fernsehdarstellungen offenbar in der Erziehungspraxis vieler Eltern von Klein- und Vorschulkindern ohnehin bereits eine wichtige Rolle.

Ein erzieherisches Vorgehen, bei dem Erwachsene für sich beanspruchen, beurteilen zu können, welche Sendungen "gut" oder "schlecht" für ihr Kind sind und auch etwaige Verbote hiervon abhängig machen, ist mit einem vorranging an den bereits vorhandenen Fähigkeiten eines Kindes orientierten Blick zunächst scheinbar nur schwer vereinbar. So plädiert beispielsweise Baacke (1997: 56) dafür, auch Kinder bereits "als aktive Partner im Kommunikationsprozess aufzufassen". Nach einer solchen, in ihrem Grundsatz absolut zuzustimmenden, Auffassung kann Kindern dann beispielsweise zumindest in gewissem Maße auch ein Mitspracherecht bei Entscheidungen über rezipierte Sendungen eingeräumt werden. Es stellt sich somit die Frage, ob die Auffassung eines kompetenten und entscheidungsfähigen kindlichen Film- und Fernsehrezipienten überhaupt noch mit der gleichzeitigen Auffassung ebenfalls notwendiger Entscheidungen Erwachsener "über den Kopf eines Kindes hinweg" in Einklang gebracht werden kann. Die "Lösung" dieses scheinbaren Dilemmas ist letztendlich wohl nur in einer Film- und Fernseherziehung zu sehen, bei der das Ausmaß von Fremdentscheidungen über geeignete und ungeeignete Sendungen für ein Kind (ebenso wie Entscheidungen über die erlaubte Rezeptionsdauer) stets dem gegenwärtigen Entwicklungsstand eines Kindes angepasst wird.

Im Laufe der kindlichen Entwicklung können Fremdentscheidungen dabei immer mehr zugunsten eigener Entscheidungsspielräume, die man einem Kind zugesteht, reduziert werden. Ein ausschließlich kompetenzorientierter Blick auf frühkindliche Film- und Fernsehrezeption, bei dem ebenfalls zu beachtende Wirkungsrisiken gänzlich ausgeklammert werden und bewahrpädagogische Positionen überhaupt keine Rolle mehr spielen, erscheint in jedem Fall problematisch (Uphoff 2001). Die Extremposition einer reinen Bewahrpädagogik, bei der bloß die negativen Wirkungsaspekte von Film und Fernsehen sowie die noch vorhandenen Defizite von Klein- und Vorschulkindern hervorgehoben werden, ist allerdings ebenso wenig zu befürworten (ebd). Für einen effektiven Umgang mit film- und fernsehbedingter Angst in der frühen Kindheit sind beide Perspektiven daher als nicht zielführend zu betrachten. Sie sollten daher aufgegeben werden zugunsten einer Film- und Fernseherziehung im oben genannten Sinne, die zwar nach wie vor bewahrpädagogische Elemente enthält, dabei aber stets am Entwicklungsstand der Kinder orientiert ist und deren bereits vorhandene Fähigkeiten berücksichtigt.

Eine solche Film- und Fernseherziehung erschöpft sich gleichwohl keinesfalls allein im stufenweise nachlassenden Reglementieren von Sendungen bzw. im zunehmenden Einbeziehen des Kindes in entsprechende Entscheidungen. An dieser Stelle sei daher auf eine gängige Systematik verwiesen, nach der sich insgesamt drei Arten von Film- und Fernseherziehungsmaßnahmen unterscheiden lassen: restriktive Mediation, Coviewing und aktive Mediation (Valkenburg/Krcmar/Peeters/Marseille 1999). Das bislang thematisierte Erlauben oder (vorläufige) Verbieten bestimmter Sendungen ist gemäß dieser Einteilung als Maßnahme restriktiver Mediation zu betrachten. Zu dieser Maßnahmen-Kategorie zählen weiterhin z.B. erzieherische Entscheidungen über die Gesamtdauer der Film- und Fernsehrezeption, die man Kindern zugesteht. Durch die hinter diesen Maßnahmen stehende mehr oder minder stark ausgeprägte Intention, Kinder vor etwas zu schützen, können sie als praktische Umsetzungen bewahrpädagogischer Vorstellungen verstanden werden. Eine gleichzeitige Orientierung am kindlichen Entwicklungsstand und bereits vorhandenen Kompetenzen ist dabei jedoch keinesfalls ausgeschlossen. Im Unterschied zu solchen restriktiven Mediationsmaßnahmen bezieht sich Coviewing auf das gemeinsame Anschauen von Filmen oder Fernsehsendungen von Erwachsenen und Kindern. Maßnahmen aktiver Mediation wiederum umfassen gemeinsame Gespräche zwischen Erwachsenen und Kindern über rezipierte Sendungen. Wie eine aktuelle US-amerikanische Meta-Analyse belegt, erweisen sich grundsätzlich alle drei Kategorien pädagogischer Maßnahmen als wertvolle Bestandteile einer effektiven Film- und Fernseherziehung (Collier/Coyne/Rasmussen/Hawkins/Padilla-Walker/Erickson/Memmott-Elison 2016). Die Kategorien sollten jedoch nicht als trennscharf betrachtet werden, sondern können sich in der konkreten erzieherischen Praxis vielmehr sinnvoll ergänzen. Beispielsweise kann Coviewing mit aktiver Mediation zusammenfallen, wenn Erwachsene schon während der gemeinsamen Rezeption von Filmen oder Fernsehsendungen an bestimmten Stellen das Gespräch mit den Kindern suchen.

Maßnahmen aktiver Mediation und Coviewing sind aus pädagogischer Sicht von großer Bedeutung. Denn um sich über schon vorhandenen Fähigkeiten eines Kindes zur Wahrnehmung und Verarbeitung von Eindrücken aus Film und Fernsehen bewusst zu werden, gilt es, die frühkindliche Film- und Fernsehrezeption zu begleiten und sowohl vor als auch während und nach der Rezeption mit Kindern darüber ins Gespräch zu kommen. Hierdurch werden wertvolle Einblicke in die eigene Perspektive der Kinder auf bestimmte Sendungen möglich, die sich oft genug von der Perspektive Erwachsener grundlegend unterscheidet. Beispielsweise wird Erwachsenen womöglich erst durch solche gemeinsamen Gespräche deutlich, dass ein Kind eine von ihnen ursprünglich als "angsterregend" eingeschätzte Szene womöglich gar nicht so empfindet. Umgekehrt ist es aber natürlich ebenso möglich, dass Erwachsene erst durch die gemeinsame Rezeption oder das gemeinsame Sprechen über eine Sendung feststellen, dass bestimmte Darstellungen, die man selbst zuvor als "harmlos" eingeschätzt hat, für Kinder angsteinflößend sind. Insofern ist eine besondere Chance von Coviewing auch darin zu sehen, bei etwaigen starken Angstreaktionen, die durch Film- und Fernsehdarstellungen ausgelöst werden, direkt intervenieren zu können. Die Bedeutung aktiver Mediation wiederum lässt sich auch unter Bezugnahme auf das vielzitierte Modell von Medienkompetenz als Zielorientierung (medien-)pädagogischen Handeln nach Baacke (1997) verdeutlichen. In diesem Modell werden Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung als vier zentrale zu fördernde Fähigkeitsbereiche angeführt (ebd).

Mit Blick auf mögliche film- und fernsehbedingte Ängste ist vor allem der Förderung von Medienkritik besondere Beachtung zu schenken, da hierdurch idealerweise auch der Blick für unrealistische Film- und Fernsehdarstellungen geschärft werden und Fiktionalität letztlich besser als solche erkannt werden kann. Einen noch besseren Beitrag als reine Gespräche über rezipierte Film- und Fernsehdarstellungen kann hierzu womöglich auch die zusätzliche Erstellung eigener Medienprodukte, wie z.B. das Filmen eigener Kurzvideos mithilfe von Smartphones, leisten. Auch bei Kindern im Vorschulalter ist eine solche medienpädagogische Videoarbeit grundsätzlich umsetzbar (Anfang 2005). In den Videos können Kinder dann z.B. Szenen aus beliebten Sendungen nachspielen oder zu eigenen gemalten Bildern kleine Geschichten erzählen und durch Einsatz von Instrumenten musikalisch untermalen (ebd.). Durch derartige mediale Eigenproduktionen und deren anschließende gemeinsame Besprechung können Kinder dann – zumindest in Ansätzen – nachvollziehen, wie "professionelle" Filme oder Fernsehsendungen entstehen. Gerade die Verwendung dramaturgischer Stilmittel in Filmen oder Fernsehsendungen (z.B. der Einsatz bestimmter Musik), um beim Zuschauer bestimmte Wirkungen zu erzeugen (z.B. Spannung und daraus dann ggf. resultierende Angst) kann Kindern anhand solcher eigenen Videoproduktionen möglicherweise besonders gut verdeutlicht werden. Die Förderung von Medienkritik kann also durchaus auch mit der Förderung anderer Medienkompetenzbereiche, wie dem der Mediengestaltung, zusammenfallen.

Trotz der pädagogischen Bedeutung von aktiver Mediation und Coviewing ist allerdings auch zu beachten, dass pädagogische Maßnahmen zur Angstprävention, die darauf abzielen, Kinder darauf aufmerksam zu machen, dass bestimmte Film- und Fernsehdarstellungen nicht "real" sind, bei Klein- und Vorschulkindern oft noch an ihre Grenzen stoßen (Cantor 2011). So deuten empirische Forschungsbefunde auch darauf hin, dass der tatsächliche pädagogische Beitrag von Coviewing und aktiver Mediation zur Prävention bzw. Linderung film- und fernsehbedingter kindlicher Ängste insgesamt im Vergleich zu Maßnahmen restriktiver Mediation eher gering ausfällt (Paavonen/Roine/Pennonen/Lahikainen 2009). Nicht zuletzt vermitteln gemeinsame Gespräche über rezipierte Sendungen zwischen Erwachsenen und Kindern letzteren aber auch zugleich ein Gefühl besonderer Wertschätzung und Gleichberechtigung und sind schon allein deshalb in ihrer pädagogischen Bedeutung nicht zu unterschätzen (Fromme/Biermann/Kiefer 2014).

Insgesamt ist mit Blick auf die Erziehung von Klein- und Vorschulkindern im Vergleich zur Erziehung älterer Kinder restriktiven Mediationsmaßnahmen eine herausgehobene Bedeutung beizumessen. Eine am individuellen Entwicklungsstand eines Kindes orientierte Bewahrpädagogik, wie sie hier skizziert wurde, die auch ein (vorläufiges) bewusstes Vorenthalten ungeeigneter Medienangebote beinhaltet, erscheint insofern für diese Lebensphase durchaus angemessen. Für eine angemessene Umsetzung stellt sie Erwachsene allerdings auch vor die Herausforderung, sich immer wieder aufs Neue sorgfältig mit Sendungsinhalten auseinandersetzen und geeignete Kriterien für die Beurteilung von deren Eignung finden zu müssen. Warum in diesem Zusammenhang auch bestimmte Merkmale der frühkindlichen kognitiven Entwicklung eine wichtige Rolle spielen sollten, wird im folgenden Abschnitt näher erörtert.

3. Kognitive Entwicklungsmerkmale und deren Bedeutung für mögliche angstauslösende Effekte

Im Kleinkind- und Vorschulalter sind Kinder in vielerlei Hinsicht noch keine "typischen" Film- und Fernsehrezipienten, sondern zeichnen sich durch einige entwicklungsbedingte Spezifika aus. Eine besonders wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die sich in dieser Lebensphase noch in Entwicklung befindende kognitive Fähigkeit zur eindeutigen Unterscheidung zwischen Realität und Fantasie. Neuere Forschungsbefunde weisen darauf hin, dass die vollständige Entwicklung dieser Unterscheidungsfähigkeit mindestens bis zum Alter von 7 oder 8 Jahren andauert (Martarelli & Mast 2013). Dies bedeutet allerdings noch nicht, dass jüngeren Kindern entsprechende Unterscheidungen überhaupt nicht gelingen. So konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass sich die meisten Kinder im Vorschulalter durchaus darüber bewusst sind, dass Superhelden wie z.B. Batman nicht wirklich existieren (Skolnick/Bloom 2006) und dass auch Kinder mit sogenannten "imaginären" Freunden sich meist darüber bewusst sind, dass diese nicht wirklich existieren (Taylor 1999). Insofern ist eine gewisse Fähigkeit zur Differenzierung von Realität und Fantasie also durchaus auch schon bei jüngeren Kindern vorhanden. Dennoch bereiten gerade Kleinkindern entsprechende Unterscheidungen oft noch große Probleme.

Basierend auf den Erkenntnissen empirischer Untersuchungen gehen Flavell, Flavell, Green & Korfmacher (1990) davon aus, dass Kinder unter 2 Jahren Objekte oder Figuren, die sie in Filmen oder Fernsehsendungen sehen, grundsätzlich noch für real existierende und physisch tatsächlich in oder hinter Fernsehern bzw. sonstigen Abspielgeräten lokalisierbare Entitäten halten. Dementsprechend sind Kinder in diesem Alter auch oft noch der Auffassung, man könne die in einer Sendung dargestellten Objekte unter bestimmten Umständen tatsächlich berühren oder mit dargestellten Figuren in einer Sendung persönlich sprechen (ebd.). Nach Ansicht der ForscherInnen entwickeln Kinder ungefähr ab 3 Jahren ein hinreichendes Verständnis dafür, dass in Film und Fernsehen dargestellte Figuren und Objekte sich nicht wirklich direkt im räumlichen Bereich der jeweils verwendeten Abspielgeräte befinden können. Wo diese Objekte oder Figuren sich jedoch tatsächlich befinden, begreifen Kinder in diesem Alter in der Regel noch nicht, da es ihnen noch immer an einem hinreichenden Verständnis dafür mangelt, dass die Figuren und Objekte in einer Sendung nicht echt sind, sondern es sich "nur" um deren Abbildungen handelt (ebd.). Ein nächster Schritt in der frühkindlichen Entwicklung der Film- und Fernsehwahrnehmung, der in der Regel mit etwa 4 Jahren erreicht wird, besteht dann darin, dass auch der Abbildungscharakter in Filmen oder Fernsehsendungen allmählich durchschaut wird (ebd.). Handlungen, Figuren oder Objekte in einer rezipierten Sendung werden dadurch nun zunehmend als etwas begriffen, das lediglich dargestellt wird. Trotz dieses nicht zu leugnenden Entwicklungsfortschritts werden Film- und Fernsehdarstellungen von Kindern in dieser Entwicklungsphase allerdings auch zugleich oft noch immer fälschlicherweise für exakte Repräsentationen realer Ereignisse, Figuren, Objekte etc. gehalten.

Dass Film- und Fernsehdarstellungen Dinge nicht zwangsläufig genauso wiedergeben, wie sie wirklich sind, ist Kindern also auch in diesem Alter oft noch nicht bewusst (ebd.). Aufgrund dessen ist es z.B. möglich, dass Kinder auch Darstellungen von "übernatürlichen" Phänomenen, die naturwissenschaftlich betrachtet in Wahrheit unmöglich sind, für Darstellungen realer Sachverhalte halten. Außerdem werden Darstellungen von Fantasiegestalten, die es in Wirklichkeit nicht gibt, oft noch für Darstellungen "echter" Personen bzw. Wesen gehalten. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Glaube an die Existenz von Fantasiegestalten, wie z.B. den Weihnachtsmann oder den Osterhasen, ohnehin in der gesamten frühen Kindheit besonders ausgeprägt ist (Clark 1995). Dies betrifft allerdings nicht nur den Glauben an "freundliche" Fantasiewesen, sondern kann ebenso die Vorstellung einschließen, dass es "bedrohliche" Fantasiegestalten, wie z.B. Monster oder Gespenster, wirklich geben könne. Empirische Evidenz für diesen "frühkindlichen Irrglauben" und eine damit einhergehende Schwierigkeit zur Unterscheidung von echten und fiktiven Personen oder Wesen bietet unter anderem eine Studie von Sharon und Woolley (2004). Hierbei wurden Kindern im Alter von 3-5 Jahren Bilder von Menschen, Tieren oder Fantasiewesen (hierzu zählten z.B. Monster oder Feen) gezeigt. Die Kinder sollten jeweils beurteilen, ob es sich bei diesen Bildern um Darstellungen echter oder erfundener Personen bzw. Wesen handelte. Es zeigte sich, dass Kindern über alle Altersgruppen hinweg vor allem das korrekte Erkennen von Fantasiecharakteren gleichermaßen schwer fiel (ebd.).

Ein sehr großer Teil der Kinder gab bei einigen Bildern allerdings auch an, nicht sicher zu sein, ob darauf reale oder erfundene Figuren dargestellt seien (ebd.). Diesen Befund betrachten die beiden Forscherinnen als besonders wichtig, da er darauf hinweist, dass Vorschulkinder Darstellungen nicht pauschal als real oder fiktional betrachten. Vielmehr ist von einer grundsätzlichen Ungewissheit bezüglich des Realitätsstatus bestimmter (Film- und Fernseh-)Darstellungen in der frühen Kindheit auszugehen (ebd.). In einer weiteren Studie stellte man fest, dass 3-4-jährige Kinder auch oft noch nicht gut zwischen Schauspielern und den von ihnen verkörperten Charakteren in einer Sendung unterscheiden können (Goldstein/Bloom 2015). So glauben z.B. viele Kinder in diesem Alter noch, dass Schauspieler die Gefühlszustände, die sie in einer Szene darstellen, tatsächlich empfinden, während Fünfjährigen solche Unterscheidungen in der Regel bereits etwas besser gelingen. Passend hierzu stellten Li, Boguszewski und Lillard (2015) in einer weiteren Studie fest, dass Darstellungen unrealistischer Ereignisse von 4-6-jährigen Kindern häufiger als solche erkannt werden, wenn sie in einem animierten Cartoon vorkommen, als wenn sie in einer Serie mit echten Schauspielern vorkommen. Für die vierjährigen Kinder galt dies dabei allerdings wesentlich stärker als für die älteren Kinder (ebd.). In jedem Fall scheint also gerade bei jüngeren Kindern auch das Genre fiktionaler Sendungen einen gewissen Einfluss darauf zu haben, inwieweit bereits Unterscheidungen zwischen realistischen Darstellungen und Fantasie-Darstellungen gelingen. Findet die Handlung einer Sendung in einem relativ realistischen Kontext statt, fällt es Vorschulkindern offenbar besonders schwer, zu erkennen, wenn gewisse Ereignisse darin in Wirklichkeit unrealistisch sind bzw. sich gar nicht so wie dort gezeigt ereignen könnten.

All diese in der frühen Kindheit noch bestehenden mehr oder minder stark ausgeprägten Schwierigkeiten, hinreichend zwischen Realität und Fantasie zu differenzieren, stehen mit möglichen Ängsten der Kinder in diesem Alter in mehrerer Hinsicht in enger Verbindung. Wie Befunde einer weiteren Untersuchung zeigen, halten es beispielsweise viele Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren für möglich, dass sogar selbst ausgedachte unheimliche Fantasiefiguren wie z.B. Monster oder Gespenster, unter bestimmten Bedingungen, real werden können (Harris/Brown/Marriott/Whittall/Harmer 1991). In einem besonders eindrucksvollen Beispiel schildern die AutorInnen dieser Studie eine Beobachtung zweier Kinder bei einem Rollenspiel. Die beiden Kinder taten dabei so, als befinde sich hinter einer geschlossenen Tür ein gefährliches Monster. Als im Laufe dieses Spiels eines der beiden Kinder im Begriff war, die Tür zu öffnen, zog sich das andere Kind aus Angst vor der selbst erschaffenen Fantasiefigur zurück (ebd.). Weitere Studien konnten zeigen, dass Klein- und Vorschulkindern die Beurteilung, ob ein dargestelltes Ereignis auch im realen Leben möglich oder ein reines Fantasieereignis sei, gerade bei Darstellungen von als furchteinflößend wahrgenommenen Ereignissen besonders schwer fallen (Carrick/Quas 2006, Dierker/Sanders 1996). Befunde anderer Untersuchungen weisen darüber hinaus darauf hin, dass Vorschulkindern, die ohnehin schon besonders ängstlich sind, Unterscheidungen zwischen realen Darstellungen und Fantasiedarstellungen oft besonders schwer fallen (Gilissen/Koolstra/van Ijzendoorn/Bakermans-Kranenburg/van der Veer 2007, Zinsenwine/Kaplan/Kushnir/Sadeh 2013). In einer neueren Untersuchung konnte allerdings gezeigt werden, dass besonders ängstlichen Vorschulkindern ebensolche Unterscheidungen in erster Linie dann schwerer fallen als weniger ängstlichen Kindern, wenn zusätzlich durch bestimmte äußere Reize Gedächtnisinhalte bei ihnen aktiviert werden, die dann potentielle Angstreaktionen auslösen (Petkova & Cain 2017). Solche angstauslösende Reize können unter anderem Darstellungsmerkmale in rezipierten Sendungen sein. So kann ein wichtiges Erklärungskonzept zum Verständnis der Entstehung film- und fernsehbedingter Ängste in dem Prinzip der sogenannten Reizgeneralisierung gesehen werden. Bezogen auf die Rezeption von Filmen oder Fernsehsendungen können diesem Prinzip zufolge Darstellungen von Objekten oder Situationen, die bei einer Person auch im echten Leben bestimmte emotionale Reaktionen hervorrufen, bei der Rezeption ganz ähnliche, wenngleich in der Regel weniger intensive, emotionale Reaktionen auslösen (Cantor 1994).

Neben den erörterten Schwierigkeiten bei der Differenzierung von Realität und Fantasie sei an dieser Stelle noch kurz auf einen weiteren Aspekt frühkindlicher kognitiver Entwicklung eingegangen, der für die mögliche Entstehung film- und fernsehbedingter Angst relevant ist: nämlich Schwierigkeiten beim Nachvollziehen von Handlungszusammenhängen in einer Sendung. So sind z.B. Spielfilme gerade für Kleinkinder schon allein aufgrund ihrer Länge noch überfordernd (KJF 2011). Bei einer sehr langen bzw. komplexen Handlung einer Sendung gelingt ein vollständiges Nachvollziehen des narrativen Rahmens aber auch Vorschulkindern längst nicht immer. Das Verständnis von Zusammenhängen zwischen zeitlich weit auseinander liegenden Szenen einer Sendung (z.B. wenn in einer Szene die Ausübung einer Handlung dargestellt wird und erst in einer sehr viel späteren Szene eine Folge dieser Handlung dargestellt wird) kann Kindern oft sogar bis ins Grundschulalter hinein Schwierigkeiten bereiten (Collins/Berndt/Hess 1974, Collins/Sobol/Westby 1981). Dies liegt darin begründet, dass gerade in der frühen Kindheit Sendungen noch sehr viel stärker "Szene für Szene" rezipiert werden (Götz 2014). Die Aufmerksamkeit wird bei Kindern in dieser Lebensphase also noch vorrangig auf einzelne Szenen einer Sendung fokussiert, während verbindende Handlungsbögen bei der frühkindlichen Wahrnehmung von Sendungen noch eine deutlich geringere Rolle spielen (ebd.). Für mögliche Angstreaktionen während der Rezeption fiktionaler Sendungen durch Klein- und Vorschulkinder ist dieser Sachverhalt ziemlich bedeutsam. Denn dadurch können sich Kinder in diesem Alter auch bei der Konfrontation mit einer als bedrohlich bzw. furchteinflößend empfundenen Szene noch nicht gleichzeitig bewusst machen, dass es sich "nur" um eine einzelne Szene handelt und am Ende der Sendung wahrscheinlich ohnehin "alles gut ausgeht" (ebd.). Auch wenn Letzteres bei Kindersendungen in der Regel tatsächlich der Fall ist, können, bedingt durch solche wahrnehmungsbezogenen Spezifika der frühkindlichen Film- und Fernsehrezeption auch einzelne furchteinflößende Szenen dennoch einen bleibenden negativen emotionalen Eindruck hinterlassen (ebd.).

Wodurch sich typische Film- und Fernsehdarstellungen, die bei Klein- und Vorschulkindern Ängste auslösen sowie typische Angstreaktionen der Klein- und Vorschulkinder auszeichnen, wird im folgenden Abschnitt näher erörtert.

4. Merkmale angstauslösender Film- und Fernsehdarstellungen und typische Angstreaktionen

Wertvolle Hinweise zu typischen Merkmalen angstauslösender Reize in fiktionalen Film- und Fernsehangeboten sind vor allem einer älteren Studie von Harrison und Cantor (1999) zu entnehmen. In dieser Untersuchung wurden 153 Studierende zu film- und fernsehbedingten Angsterlebnissen in ihrer Kindheit und Jugend befragt. Eine solche autobiografisch-retrospektive Forschungsmethodik, wie sie in der beschriebenen Studie Anwendung fand, ist aufgrund möglicher Erinnerungsverzerrungen der ProbandInnen grundsätzlich nicht unumstritten (Holzwarth 2009). Da es jedoch ethisch als nicht vertretbar zu betrachten ist, Kinder bewusst besonders furchterregende Sendungen rezipieren zu lassen, erscheint ein solches Vorgehen sinnvoll, um sich dennoch dem Forschungsgegenstand film- und fernsehbedingter Ängste in der Kindheit widmen zu können (Harrison & Cantor 1999). Festzustellen war in besagter Studie unter anderem, dass fast alle Befragten bereits mindestens einmal in ihrem Leben mit entsprechenden Erlebnissen zu tun gehabt hatten (ebd.). Im Hinblick auf relevante unterscheidbare Kategorien angsterregender Medienreize in Film und Fernsehen ließen die Befragungsergebnisse insgesamt besonders für Darstellungen von Blut, Injektionen und Verletzungen sehr große angstauslösende Potenziale erkennen, dicht gefolgt vom Vorkommen verstörender Geräusche in einer Sendung sowie von Darstellungen unheimlich aussehender Charaktere (ebd.). Mit Blick auf film- und fernsehbedingte Angst speziell in der frühen Kindheit ließen sich allerdings gleichzeitig einige entwicklungsbedingte Besonderheiten feststellen. So waren bei Kindern im Alter von 0-7 Jahren noch Darstellungen unheimlich aussehender Charaktere und verstörende Geräusche die am häufigsten vorkommenden angsterregenden Medienreize.

Angstwirkungen durch Darstellungen von Blut, Injektionen und Verletzungen hingegen waren bei Klein- und Vorschulkindern noch vergleichsweise selten (ebd.). Erst bei Kindern ab 8 Jahren dominierten dann Darstellungen von Blut, Injektionen und Verletzung im Hinblick auf die Auslösung von Ängsten, während zugleich der entsprechende Einfluss von Darstellungen unheimlich aussehender Charaktere und des Vorkommens verstörender Geräusche in einer Sendung abnahm (ebd.). Bestimmte Sendungsinhalte rufen bei Klein- und Vorschulkindern demzufolge also offensichtlich mit einer verhältnismäßig höheren bzw. niedrigeren Wahrscheinlichkeit Angstreaktionen hervor als bei älteren Rezipienten. Womöglich ist dies unter anderem auf unterschiedliche Rezeptionsgewohnheiten und -erfahrungen zurückzuführen. So ist z.B. zu vermuten, dass Klein- und Vorschulkinder auch deshalb noch relativ selten durch Film-und Fernsehdarstellungen von Blut, Injektionen und Verletzungen verängstigt werden, da solche Darstellungen in den von ihnen hauptsächlich rezipierten Sendungen in der Regel noch keine sehr große Rolle spielen. Harrison und Cantor ziehen außerdem in Erwägung, dass ältere Kinder womöglich deswegen häufiger durch Darstellungen von Blut, Injektionen und Verletzungen verängstigt werden als Klein- und Vorschulkinder, weil sie aufgrund eigener Erfahrungen bereits ein besseres Verständnis für damit in der Realität verbundene Schmerzen entwickelt haben (ebd.).In einem Gesamtüberblick über den bisherigen Forschungsstand zu typischen Merkmalen angsterregender Film- und Fernsehinhalte hält Cantor (2011) fest, dass in der frühen Kindheit gerade solche Sendungen in besonderem Maße angsterregend sind, in denen unheimlich aussehende Charaktere vorkommen. Nicht umsonst ist daher wohl auch gerade das potentiell angstauslösende Aussehen vieler Figuren in Film und Fernsehen ein oft geäußerter Kritikpunkt vieler Eltern von Vorschulkindern (Bachmann 2007).

Die potentiell angstauslösende Wirkung solcher Darstellungen kann an dieser Stelle gut an einem konkreten Beispiel näher veranschaulicht werden. Im Jahr 1985 erschien der Disney-Zeichentrickfilm "Taran und der Zauberkessel (OT: The Black Cauldron)". In diesem, finanziell nicht besonders erfolgreichen, animierten Disney-Kinderfilm mit Fantasy-Thematik ist unter anderem zu sehen, wie der Antagonist – ein furchteinflößend aussehender bösartiger König – eine Armee von Skelettkriegern zum Leben erweckt. Bei einer Erstaufführung vor Kindern vor dem offiziellen Kinostart zeigte sich, dass viele Darstellungen im Film für einen Großteil der Kinder derart angsterregend waren, dass sie den Film nicht zu Ende sehen wollten (Stewart 2005). Letztendlich führte dies dazu, dass einzelne Szenen herausgeschnitten wurden, bevor der Film schließlich offiziell im Kino gezeigt wurde (ebd.). Auch die fertige Filmversion ist aufgrund ihrer sehr düsteren Darstellungen allerdings nach wie vor als nicht für jüngere Kinder geeignet zu betrachten (Ness 2015). Das Beispiel der angstauslösenden Wirkung dieses Films verweist auf die im vorherigen Abschnitt beschriebenen Schwierigkeiten einer eindeutigen Differenzierung von Realität und Fantasie in der frühen Kindheit und deren Bedeutung für die mögliche Entstehung von Ängsten. Klein- und Vorschulkinder können sich noch nicht immer bewusst machen, dass es Fantasiecharaktere in Filmen oder Fernsehsendungen nicht wirklich gibt. Gerade dadurch können solche Figuren, wenn sie zugleich besonders unheimlich und grotesk dargestellt sind, wie z.B. im Falle des bösen Königs oder der Skelettarmee aus "Taran und der Zauberkessel", auch noch besonders furchteinflößend auf Kinder in diesem Alter wirken und als "echte Bedrohung" wahrgenommen werden (Cantor 2011).

Neben den bislang genannten typischen angsterregenden Medienreizen lassen sich noch diverse weitere Darstellungsmerkmale in fiktionalen Filmen und Fernsehsendungen aufführen, bei denen davon auszugehen ist, dass sie für Kinder aller Altersstufen in besonderem Maße angsterregend sein können. Zu nennen sind hierbei vor allem noch Darstellungen von Gewalthandlungen (Valkenburg/Cantor/Peeters 2000). Gerade Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen werden auch von besonders vielen Eltern oft als Besorgnis erregend erachtet (Hasebrink/Schröder/Schumacher 2012). Weiterhin können z.B. Darstellungen von Unfällen sowie Darstellungen von Krieg und Leiden für Kinder besonders angsterregend sein (Valkenburg/Cantor/Peeters 2000). Im Allgemeinen ist das Risiko der Entstehung kindlicher Ängste zudem immer dann ganz besonders groß, wenn Film- und Fernsehfiguren, mit denen sich Kinder sehr stark identifizieren, in gefährliche oder problematische Situationen geraten. Das wiederum kann beispielsweise der Fall sein, wenn es sich bei den dargestellten Figuren selbst noch um Kinder handelt (Holzwarth 2009, Neuß 1999a).

Zur Beurteilung der Intensität möglicher film- und fernsehbedingter Ängste in der frühen Kindheit, aber auch darüber hinaus, erscheint es wichtig, zwischen unmittelbaren Angstreaktionen und längerfristigen Angstwirkungen zu differenzieren. Unmittelbare Angstreaktionen treten bereits während der Film- und Fernsehrezeption auf, wenn in einer Sendung bestimmte furchterregende Medienreize (z.B. Darstellungen unheimlich aussehender Charaktere) vorkommen. Solche Angstreaktionen äußern sich dann symptomatisch beispielsweise durch Weinen oder Schreien, Zittern, Übelkeit, eine erhöhte Herzfrequenz oder das Festhalten an einer anderen Person (Harrison & Cantor 1999). Die Dauer solcher unmittelbaren Angstreaktionen kann wiederum variieren und hängt unter anderem auch von den Inhalten der jeweils rezipierten Sendungen ab. Handelt es sich beispielsweise "nur" um eine einzelne "Schockszene" in einem ansonsten als "harmlos" empfundenen Film, ist ein relativ schnelles Nachlassen der Angstreaktion und der damit einhergehenden Symptome wahrscheinlich.

Wird hingegen ein Film mit einer durchgängig gruseligen Handlung angeschaut, ist auch ein längeres Anhalten solcher Angstreaktionen zu erwarten – im Extremfall möglicherweise sogar über die gesamte Dauer der Rezeption. Von solchen unmittelbaren Angstreaktionen, die während des Rezeptionsgeschehens stattfinden, sind längerfristige Wirkungen film- und fernsehbedingter Angst vor allem dahingehend zu unterscheiden, dass sie erst nach der eigentlichen Rezeption in Erscheinung treten. Zentrale Erkenntnisse über typische Symptome solcher nachhaltigen Auswirkungen bietet ebenfalls wieder die bereits erwähnte Studie von Harrison und Cantor (1999), in der die beiden Forscherinnen zahlreiche Studierende retrospektiv zu film- und fernsehbedingten Ängsten in ihrer Kindheit und Jugend befragten. Der Langzeiteffekt durch die Rezeption angsterregender Film- und Fernsehdarstellungen, von dem hierbei insgesamt am häufigsten berichtet wurde, bestand im Vorkommen von Schlaf- oder Essensstörungen (ebd.). Ebenfalls sehr oft berichteten die Befragten zudem von länger andauernden mentalen Weiterbeschäftigungen mit den angstauslösenden Aspekten einer Sendung sowie von einem bewussten Vermeiden der Rezeption von Sendungen, die mit der angstauslösenden Sendung vergleichbar waren (ebd.). Nicht zuletzt gaben Viele an, schon einmal nach der Rezeption von Sendungen, in denen angsteinflößende Situationen zu sehen waren, längere Zeit danach ganz bewusst gleichen oder ähnlichen Situationen im echten Leben aus dem Weg gegangen zu sein (ebd.).

Harrison und Cantor konnten anhand ihrer Befragungsergebnisse zudem feststellen, dass besonders lang andauernde Auswirkungen film- und fernsehbedingter Angst vor allem dann wahrscheinlich waren, wenn die Kinder zum Zeitpunkt der Rezeption der angsterregenden Sendungen noch sehr jung gewesen waren (ebd.). Gerade dieser Befund ist mit Blick auf die frühe Kindheit als sehr wichtig einzuschätzen, da er die besonderen Herausforderungen für eine persönlich verträgliche Verarbeitung rezipierter Film- und Fernsehinhalte in dieser Lebensphase nochmals unterstreicht.

Auch im Hinblick auf die Art und Weise, in der die kindlichen Rezipienten selbst mit furchteinflößenden Darstellungen umgingen, um diese konstruktiv zu verarbeiten bzw. um eigene Angstreaktionen abzumildern, lieferten die Befragungsergebnisse von Harrison und Cantor wichtige Erkenntnisse. So zeigte sich etwa, dass bei Kindern im Alter von 0-7 Jahren rein verhaltensbezogene Bewältigungsstrategien eindeutig dominierten (ebd.). Solche Bewältigungsstrategien bestehen typischerweise z.B. darin, bei der Konfrontation mit angsterregenden Darstellungen die Augen zu schließen, den Raum zu verlassen oder die Rezeptionssituation durch gleichzeitiges Anklammern an ein Kissen oder Kuscheltier "angenehmer" zu gestalten (ebd.). Hiervon zu unterscheidende kognitive Bewältigungsstrategien, die sich auf sprachliche oder rein gedankliche Distanzierungen von angsterregenden Film- und Fernsehinhalten beziehen (z.B. durch eigene Rückversicherungen, dass es sich um erfundene und nicht um "echte" Geschehnisse handelt), kamen bei Kindern in diesem Alter hingegen noch sehr selten vor. Der eigene Gebrauch solcher Strategien nahm erst bei Kindern im Alter von 8-12 Jahren merklich zu (ebd.).

Die bisher zitierten Forschungsbefunde weisen in Bezug auf die Prävention film- und fernsehbedingter Ängste zusammengefasst durchaus auf einen gewissen (früh-)pädagogischen Handlungsbedarf hin, um die Entstehung film- und fernsehbedingter Ängste zu verhindern bzw. deren Auftretenswahrscheinlichkeit zu verringern. Denn das Risiko einer nachhaltigen emotionalen Überforderung besteht insbesondere dann, wenn angsterregende Darstellungen von Kindern noch nicht angemessen verarbeitet werden können (Mikat 2005.). Wie nun bereits gezeigt wurde, sind vor allem in der frühen Kindheit bestimmte Fähigkeiten, die vor allem mit der Differenzierung von Realität und Fantasie in Verbindung stehen, (noch) nicht vollständig entwickelt. Dadurch sind das Risiko einer unzureichenden Verarbeitung rezipierter Inhalte und letztlich auch das Risiko längerfristiger negativer Wirkungen durch angstauslösende Film- und Fernsehdarstellungen in dieser Lebensphase insgesamt zumindest tendenziell erhöht.

Einem zu einseitig kritischen Blick auf die Thematik möglicher Entstehung von Ängsten durch (früh-)kindliche Film- und Fernsehrezeption seien an dieser Stelle jedoch noch zumindest vier wichtige einschränkende Anmerkungen entgegengehalten. Erstens ist einschränkend zu vermerken, dass in vielerlei Hinsicht durchaus noch großer Forschungsbedarf besteht, und zwar gerade im Hinblick auf mögliche Langzeitfolgen frühkindlicher film- und fernsehbedingter Ängste. So ist die Studie von Harrison und Cantor, auf die in diesem Abschnitt vorrangig Bezug genommen wurde, inzwischen bereits fast 20 Jahre alt und zudem durch das ausschließlich retrospektive Vorgehen in ihrer Aussagekraft zumindest eingeschränkt. Neuere Longitudinalstudien zur Untersuchung des Sachverhalts, die dabei natürlich zugleich ethischen Standards entsprechen müssen, scheinen daher dringend geboten (Holzwarth 2009). Zweitens ist einschränkend zu vermerken, dass negative Langzeitfolgen wie z.B. lange andauernde Schlaf- oder Essstörungen sehr starke Wirkungen sind, die längst nicht immer und auch längst nicht bei allen angstauslösenden Film- und Fernsehinhalten auftreten, in vielen Fällen bleibt es stattdessen "nur" bei unmittelbaren Angstreaktionen während der Rezeption. Drittens ist einschränkend ebenfalls zu vermerken, dass das Risiko intensiver und nachhaltiger film- und fernsehbedingter Ängste sehr stark von den jeweils rezipierten Inhalten abhängt.

Mikat (2005) schreibt hierbei ganz besonders solchen Film- oder Serienhandlungen ein erhöhtes Potenzial nachhaltiger negativer Wirkungen zu, in denen beliebte Figuren über längere Zeit hinweg und ohne Aussicht auf Rettung einer anhaltenden Bedrohung ausgesetzt sind. Aus einer repräsentativen Befragung von Kinder und Jugendlichen geht außerdem hervor, dass sich die meisten besonders angsterregenden Sendungen ganz bestimmten Genres zuordnen lassen, und zwar insbesondere "Mystery/Science-Fiction/Fantasy", "Horror" und "Krimi" (Götz 2014). Vor allem bei Sendungen aus diesen Genres, die sich ohnehin meist erst an ein erwachsenes Publikum richten, ist also mit Blick auf die frühe Kindheit grundsätzlich besondere Vorsicht geboten, um die mögliche Entstehung nachhaltiger film- und fernsehbedingter Ängste zu vermeiden. Nicht zuletzt ist viertens einschränkend zu beachten, dass das Risiko nachhaltiger negativer film- und fernsehbedingter Angstwirkungen bei (Klein- und Vorschul-) Kindern natürlich nicht nur durch inhaltliche Merkmalen der rezipierten Sendungen beeinflusst wird, sondern auch durch diverse weitere Faktoren. Diese reichen von Persönlichkeitsmerkmalen der rezipierenden Kinder, über deren bisher gemachte Medienerfahrungen bis hin zu Kontextmerkmalen der Rezeptionssituation (Selg 2012).

Auch schon in der frühen Kindheit üben all diese Faktoren entscheidenden Einfluss auf das tatsächliche Ausmaß und die Intensität nachhaltiger negativer Wirkungen durch film- und fernsehbedingte Ängste aus. Somit kann z.B. selbst bei Kindern gleichen Alters nicht zwangsläufig davon ausgegangen werden, dass eine ganz bestimmte potenziell als angsterregend eingeschätzte Sendung auch tatsächlich gleichermaßen angsterregend auf sie wirkt. Letztendlich ist vor allem den Film- und Fernseherziehungsmaßnahmen erwachsener Bezugspersonen eine entscheidende Bedeutung für die Prävention nachhaltiger negativer Angstwirkungen bei Kindern beizumessen. Speziell in der frühen Kindheit muss in diesem Zusammenhang erneut auf die Wichtigkeit einer vorherigen Auseinandersetzung mit den Inhalten einer Sendung, um sich au dieser Basis ein fundiertes Gesamtbild über deren tatsächliche Eignung für ein Kind zu verschaffen, hingewiesen werden. Hierbei sind unter anderem auch offizielle Altersfreigaben und weitere Bestimmungen zum Kinder- und Jugendmedienschutz im deutschsprachigen Raum von Bedeutung. Auf entsprechende Aspekte wird daher im folgenden Abschnitt näher eingegangen.

5. Die Bedeutung offizieller Altersfreigaben

Wenn es darum geht, wie Kinder vor Film- und Fernsehinhalten geschützt werden können, die für sie noch "ungeeignet" sind, weil sie z.B. starke Ängste bei ihnen auslösen können, ist im Hinblick auf das deutsche Mediensystem vor allem den offiziellen Altersfreigaben von Organisationen der freiwilligen Selbstkontrolle eine zentrale Rolle zuzusprechen. Zu einer solchen Organisation zählt beispielsweise die "FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft)". Die fünf möglichen Alterseinstufungen von Medienangeboten in Deutschland lauten "ab 0 freigegeben", "ab 6 freigegeben", "ab 12 freigegeben", "ab 16 freigegeben" und "ab 18". Die Festlegung offizieller Altersfreigaben von Medienangeboten beruht stets auf der vorherigen Begutachtung durch einen Prüfungsausschuss. Bei der letztendlichen Entscheidung über Altersfreigaben spielt für die jeweiligen GutachterInnen vor allem eine Rolle, inwiefern durch die Rezeption sogenannte entwicklungsbeeinträchtigende Wirkungen bei jüngeren Rezipienten erwartet werden können. Die letztendlich festgelegten offiziellen Altersfreigaben beziehen sich daher auf das Mindestalter, das RezipientInnen eines bestimmten Medienangebots (z.B. eines Filmes oder einer Fernsehserie) aufweisen sollten, damit nicht mehr von schädlichen Folgen auszugehen ist. Erscheint den GutachterInnen die Wahrscheinlichkeit entwicklungsbeeinträchtigender Potenziale besonders hoch, sind insbesondere die Einstufungen "ab 16 freigegeben" oder "ab 18" sehr wahrscheinlich. Inwieweit von Film- und Fernsehdarstellungen jedoch tatsächlich entwicklungsbeeinträchtigende Wirkungen ausgehen und was genau dabei überhaupt unter "entwicklungsbeeinträchtigend" zu verstehen ist, sind keineswegs immer leicht zu beantwortende Fragen.

In § 5 des deutschen Jugendmedienschutzstaatsvertrages der Länder findet sich diesbezüglich eine noch relativ vage Definition. Dort werden entwicklungsbeeinträchtigende Medienangebote definiert als "Angebote, die geeignet sind, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen" (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2014: 85). Bei den Begutachtungen von Medienangeboten wird bestimmten Medieninhalten im Hinblick auf diese Definition aus Jugendschutzperspektive eine besondere Relevanz zugesprochen. Dies betrifft vor allem Darstellungen von Gewalt und Sexualität, Darstellungen sozial unverantwortbarer Verhaltensweisen, Darstellungen, die zentralen gesellschaftlichen Wertvorstellungen widersprechen, aber auch Darstellungen, die in besonderem Maße dazu geeignet sind, Ängste auszulösen (Mikat 2005). Offizielle Altersfreigaben haben für weitere gesetzliche Bestimmungen zum Kinder- und Jugendschutz in Deutschland eine wichtige Bedeutung. So ist beispielsweise vorgeschrieben, dass Altersfreigaben der FSK auf käuflich erwerbbaren DVDs und Blu-ray Discs stets deutlich erkennbar angebracht und für deren Verkauf rechtlich bindend sind. Kindern und Jugendlichen, deren Alter unter dem Mindestalter der offiziellen Altersfreigabe liegt, darf eine entsprechende DVD oder Blu-Ray Disc nicht verkauft werden. Deutsche Fernsehsender nimmt der Jugendmedienschutzstaatsvertrag außerdem in die Pflicht, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu potentiell entwicklungsbeeinträchtigenden Sendungen unmöglich zu machen oder zumindest zu erschweren. Konkret macht sich dies unter anderem durch Sendezeitbeschränkungen im Fernsehprogramm bemerkbar: So dürfen Sendungen mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren nur im Zeitraum von 22-6 Uhr und Sendungen mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren nur im Zeitraum von 23-6 Uhr ausgestrahlt werden (ebd.). Außerdem wird vor Ausstrahlungsbeginn von Sendungen mit einer Freigabe ab 16 Jahren oder ab 18 Jahren im Fernsehen akustisch angekündigt, dass diese für jüngere Zuschauer nicht geeignet sind oder dies wird durch optische Mittel während der ganzen Sendelaufzeit kenntlich gemacht (ebd.).

In Österreich ist das zuständige Gremium für die Vergabe von Altersfreigaben für Filme die Jugendmedienkommission (JMK) des Bundesministeriums für Bildung (BMB). Die insgesamt sieben einzelnen zu vergebenden Altersfreigaben lauten hier "uneingeschränkt", "ab 6 Jahren", "ab 8 Jahren", "ab 10 Jahren", "ab 12 Jahren", "ab 14 Jahren" und "ab 16 Jahren". Während also die in Deutschland höchste vorhandene Altersfreigabe "ab 18 Jahren" in Österreich wegfällt, liegen die österreichischen Altersfreigaben ansonsten im Vergleich deutlich enger beieinander und sind dadurch etwas differenzierter. Ein weiterer zentraler Unterschied der österreichischen Altersfreigaben im Vergleich zu den deutschen besteht darin, dass sie keine bundesweit verbindliche Gültigkeit aufweisen. Die ExpertInnen und Sachverständigen der JMK nehmen dort die Prüfung von Filmen unter Kinder- und Jugendschutzgesichtspunkten vor und leiten anschließend die daraus resultierenden Empfehlungen für Altersfreigaben an die Landesregierungen der neun einzelnen österreichischen Bundesländer weiter (Kluger 2008). Auch wenn diese Altersfreigaben danach meist von den einzelnen Bundesländern übernommen werden, haben diese stets auch die Möglichkeit, abweichende Altersempfehlungen für einzelne Filme auszusprechen (Hönge 2002). Relevante Kriterien, die bei der Begutachtung von Filmen durch die JMK eine zentrale Rolle spielen, umfassen mehrere Bereiche. Besonders berücksichtigt werden hierbei unter anderem mögliche negative Folgen für die körperliche Gesundheit (z.B. durch Darstellungen, die visuelle oder auditive Sinne überreizen), mögliche negative Folgen für die moralische Entwicklung (z.B. durch Darstellungen nichtbestrafter Verbrechen) sowie mögliche negative Folgen für die psychische und emotionale Entwicklung (z.B. durch angsterregende Darstellungen) (Kluger 2008).

Eine Besonderheit der JMK in Österreich besteht darin, dass diese zusätzlich zu den bereits erwähnten Alterseinstufungen von Filmen auch sogenannte Positivkennzeichnungen vergeben kann. Für die Vergabe dieser Kennzeichnungen werden besonders positive Qualitätsmerkmale berücksichtigt, die mit Entwicklungsmerkmalen von Kindern und Jugendlichen in enger Verbindung stehen. Zu solchen Qualitätsmerkmalen kann beispielsweise gezählt werden, wenn in einem Film Themen aufgegriffen werden, die besonders gut auf die Alltagsrealität von Kindern oder Jugendlichen in einem bestimmten Alter Bezug nehmen oder wenn besonders positive Identifikationsfiguren für Kinder oder Jugendliche einer bestimmten Altersgruppe vorkommen (JMK 2006). Die drei möglichen von der JMK zu vergebenden Positivkennzeichnungen lauten "Sehr empfehlenswert", "Empfehlenswert" und "Annehmbar" und werden jeweils zusammen mit einer konkreten Altersangabe ausgesprochen (ebd.). Die möglichen zu benennenden Altersangaben beginnen hierbei stets ab 4 Jahren und können dann aufsteigend in Zweijahresschritten vergeben werden (ebd.). Ausgesprochene Positivkennzeichnungen eines Films enthalten zusätzlich Kurzbezeichnungen mit näheren Erläuterungen, z.B. "empfehlenswert als Diskussionsfilm" (ebd.). Zusätzlich können bei Positivkennzeichnungen außerdem auch Alterssegmente (z.B. "empfohlen für 8- bis 10-Jährige") sowie konkrete Zielgruppen (z.B. "empfohlen speziell für Mädchen") angegeben werden (ebd.). Enthält ein begutachteter Film keine Positivkennzeichnung, ist dies jedoch noch nicht damit gleichzusetzen, dass die JMK vom Anschauen des entsprechenden Films abrät (ebd.).

Genauso wie in Deutschland sind auch in Österreich offizielle Alterseinstufungen für die Fernsehausstrahlungen von Sendungen relevant. So orientiert sich der Fernsehsender ORF (Österreichischer Rundfunk) bei der Festlegung, für welche Altersgruppen eine auszustrahlende Sendung geeignet ist, an den Alterseinstufungen der JMK oder an den Alterseinstufungen anderer offizieller Kontrollinstitutionen aus dem deutschsprachigen Raum, wie z.B. der FSK (ORF, o.J.). Darüber hinaus setzt sich der Sender eine eigene Zeitgrenze dahingehend, dass vor 20.15 Uhr ausgestrahlte Sendungen in jedem Fall ganz ohne Bedenken kinder- und jugendgerecht sein müssen (ebd.). Ab 22 Uhr ausgestrahlte fiktionale Sendungen, bei denen mögliche entwicklungsbeeinträchtige Wirkungen auf Minderjährige vermutet werden, werden vom Sender zudem durch entsprechende Symbole in der Bildschirmecke neben dem Senderlogo kenntlich gemacht. Für im Handel erwerbbare DVDS oder Blu-Ray Discs wird in Österreich in der Regel auf Etikettierungen mit den Alterskennzeichnungen der FSK zurückgegriffen, die dann auch für den Verkauf Berücksichtigung finden. Hiervon abweichende Regelungen in den einzelnen Bundesländern sind jedoch möglich.

Zunehmend werden Sendungen auch im deutschsprachigen Raum nicht mehr nur im Fernsehen, sondern auch über Video-on-Demand-Dienste, wie z.B. Netflix oder Amazon Prime Video, angeschaut. Hierbei besteht ein großer Vorteil darin, dass die Rezeption nicht mehr an festgelegte Sendezeiten gebunden ist. Auch bei solchen offiziellen Video-on-Demand-Angeboten sind Sicherheitsvorkehrungen vorhanden, um Kindern und Jugendlichen den Zugriff auf für sie ungeeigneten Sendungen zu erschweren. So ist hier z.B. in der Regel bei Sendungen, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind, eine Altersverifikation (z.B. durch Angabe der Personalausweisnummer) oder die Eingabe einer zuvor festgelegten Sicherheits-PIN-Nummer bzw. eines Passwortes erforderlich. Darüber hinaus sind dort oft noch weitere Einstellungsoptionen vorhanden, um z.B. für Kinder potentiell ungeeignete Sendungen vollständig auszublenden. Ältere Kinder und vor allem Jugendliche kennen oft bereits viele Mittel und Wege, sich den bislang aufgeführten gesetzlichen oder technischen Sicherheitsvorkehrungen wirksam zu entziehen. Gerade in der frühen Kindheit sind entsprechende Maßnahmen des Kinder- und Jugendschutzes in der Regel allerdings noch durchaus effektiv, um das Risiko einer Konfrontation mit potentiell schädlichen Sendungen massiv zu verringern. Letztendlich liegt es aber natürlich in der Verantwortung erwachsener Bezugspersonen, inwiefern sie die vorhandenen Möglichkeiten zum Schutz von Kindern vor ungeeigneten Sendungen im Erziehungsalltag auch tatsächlich ausschöpfen.

Die Ergebnisse einer Studie, in der Erwachsene zu fernsehbedingen Ängsten in ihrer Kindheit befragt wurden, lassen erkennen, dass gerade besonders intensive und lang anhaltende Ängste in erster Linie durch Sendungsinhalte aus nicht-altersgerechten Film- und Fernsehgenres (z.B. Horror oder Thriller) hervorgerufen werden (Unterstell/Müller 2014). Gerade in solchen Sendungen, die oft eine Altersfreigabe ab 16 Jahren oder ab 18 Jahren aufweisen, kommen bestimmte Stilmittel oder Darstellungen, wie z.B. verstörende Soundeffekte oder unheimlich aussehende Charaktere, die in der frühen Kindheit in besonderem Maße angsterregend sind, besonders oft vor. Eine nicht unerhebliche Zahl von Kindern bekommt es dennoch bereits mit Albträumen und sonstigen Angsterscheinungen durch ebensolche Film- und Fernsehinhalte zu tun (Götz 2014, Holler/Müller 2014). Insofern ist anzunehmen, dass nicht alle Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten wirklich immer konsequent darauf achten, dass ihre Kinder noch keine Sendungen anschauen, die laut Altersfreigabe eigentlich noch nicht für sie geeignet sind. Auch wenn Eltern bei ihren eigenen Kindern mitunter womöglich wirklich besser beurteilen können, ob eine bestimmte Sendung bereits für ihr Kind geeignet ist, als dies eine offizielle Altersfreigabe auszudrücken vermag, kann dieser Sachverhalt durchaus kritisch betrachtet werden. Zumindest erscheint hier die Frage legitim, ob einige stark negative kindliche Angsterscheinungen nicht möglicherweise durch eine sorgfältigere vorherige Auseinandersetzung Erwachsener mit den Altersfreigaben entsprechender Sendungen vermieden werden könnten und sollten. Ergebnisse zur Häufigkeit des Auftretens film- und fernsehbedingter Ängste lassen allerdings auch erkennen, dass diese im Kindesalter ohnehin noch besonders oft durch altersgerechte Sendungen ausgelöst werden, also durch Sendungen mit einer Altersfreigabe, die unter dem Alter der Rezipienten liegt bzw. diesem genau entspricht (ebd.). Der Umstand, dass gerade in der frühen Kindheit altersgerechte Kindersendungen ebenfalls angsterregend sein können, lässt erkennen, dass die Aussagekraft offizieller Altersfreigaben im Hinblick auf eine effektive Prävention film- und fernsehbedingter Ängste durchaus mit Einschränkungen verbunden ist. So erhielt beispielsweise der im vorherigen Abschnitt erwähnte Disneyfilm "Taran und der Zauberkessel" in Deutschland eine FSK-Freigabe "ab 6 Jahren".

Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte der Film jedoch auch für einige Sechsjährige noch besonders angsterregend sein, wenn man sich die erwähnten Angstreaktionen vieler Kinder bei dessen Erstaufführung vor Augen hält. Selbst Altersfreigaben wie "ab 0 freigegeben" (Deutschland) bzw. "uneingeschränkt" (Österreich) sind weder als Hinweise darauf zu verstehen, dass entsprechend gekennzeichnete Sendungen Klein- und Vorschulkinder ganz besonders ansprechen, noch können sie eine Garantie dafür bieten, dass bei der Rezeption jedwede negativen Folgen ausbleiben. Auch wenn z.B. die offiziellen Altersfreigaben der FSK von vielen Eltern als sinnvolle Orientierungspunkte für das eigene erzieherische Handeln wahrgenommen werden (Hasebrink/Schröder/Schumacher 2012), sollten solche entsprechenden Limitationen aus pädagogischer Sicht berücksichtigt werden. Ein grundsätzliches Problem ist jedoch gerade in Deutschland darin zu sehen, dass manchen Eltern nicht hinreichend bewusst ist, dass offizielle Altersfreigaben noch keine konkreten pädagogischen Altersempfehlungen darstellen, sondern "nur" Auskunft darüber geben, ab welchem Alter ein bestimmtes Medienangebot nicht mehr für schädlich gehalten wird (Götz 2014, Mikat 2007). In Österreich besteht dieses Problem zumindest bei Filmen dadurch möglicherweise etwas weniger stark, dass PrüferInnen dort zusätzlich auch Positivkennzeichnungen vergeben können. Denn diese können – anders als offizielle Alterseinstufungen – in gewisser Hinsicht durchaus auch als pädagogische Altersempfehlungen verstanden werden. Inwieweit sich Eltern in Österreich allerdings tatsächlich mit Positivkennzeichnungen von Filmen auseinandersetzen und sich daran orientieren, wenn es um das Rezeptionsverhalten der eigenen Kinder geht, lässt sich derzeit kaum eindeutig beantworten. Entsprechende Forschung, bei der zugleich der besondere Sachverhalt bedacht wird, dass in Österreich keine bundesweit einheitlich verbindlichen Altersfreigaben existieren, erscheint daher vonnöten.

In jedem Fall ist generell zu bedenken, dass offizielle Altersfreigaben sowohl in Deutschland als auch in Österreich ohnehin zwangsläufig stets zumindest ansatzweise subjektiv gefärbt sind. So werden zwar bei den Beurteilungen von Medienangeboten durch Prüfungsausschüsse wissenschaftliche Erkenntnisse aus wichtigen Bezugsdisziplinen wie der Medienwirkungsforschung und der Entwicklungspsychologie zugrunde gelegt. Jedoch sind auch subjektive Einschätzungen, die eng mit eigenen Erfahrungen aus der eigenen Film- und Fernsehsozialisation der jeweils Prüfenden verknüpft sind, kaum auszuschließen (Mikat 2006).

Um sich über den relativ eingeschränkten Informationsgehalt offizieller Altersfreigaben hinaus ausführlicher mit den Inhalten einer Sendung und der Frage nach deren Eignung für ein Kind auseinanderzusetzen, können Eltern bzw. sonstige Erziehungsberechtigte allerdings auch auf weitere medienpädagogische "Beurteilungshilfen" zurückgreifen. Genannt werden kann hier insbesondere das Projekt "Flimmo" des Vereins Programmberatung für Eltern e.V. der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). Bei Flimmo handelt es sich um ein Projekt zur Beurteilung von Fernsehsendungen unter pädagogischen Gesichtspunkten (Weigand 2014). Auf der Webseite des Projekts (www.flimmo.tv) werden Erwachsenen zahlreiche Besprechungen von Sendungen aus dem aktuellen deutschen Fernsehprogramm zur Verfügung gestellt. Diese Besprechungen enthalten ausführliche Beurteilungen dazu, inwiefern die jeweiligen Sendungen für Kinder geeignet sind oder (noch) nicht. Das Augenmerk liegt dabei nicht nur auf Kindersendungen im eigentlichen Sinn, sondern auch auf Sendungen, die mit einer vergleichsweise hohen Wahrscheinlichkeit von Kindern angeschaut werden, obwohl sie eigentlich nicht primär an sie adressiert sind. Eine Besonderheit der Flimmo-Sendungsbesprechungen ist zudem, dass stets darauf geachtet wird, bei den Beurteilungen auch die Perspektive der Kinder selbst zu berücksichtigen. Bei den pädagogischen Beurteilungen der Sendungen unterscheidet Flimmo zwischen den drei Kategorien "Kinder finden`s prima", "Mit Ecken und Kanten" und "Nicht für Kinder" (ebd.).

Der Kategorie "Kinder finden`s prima" werden Sendungen zugeordnet, die bei Kindern beliebt sind und zugleich aus pädagogischer Perspektive als unproblematisch eingestuft werden. Sendungen, die zwar bei Kindern beliebt, aber zugleich unter bestimmten Gesichtspunkten kritisch zu betrachten sind, werden der Kategorie "Mit Ecken und Kanten" zugeordnet. Der dritten Kategorie "Nicht für Kinder" entsprechen Sendungen, die Kinder überfordern oder verängstigen können und daher überhaupt nicht von ihnen angesehen werden sollten (ebd). Zusätzlich zur Einordnung in eine dieser drei Kategorien wird in den Flimmo-Besprechungen auch noch einmal genauer darauf hingewiesen, für welche Altersgruppen eine Sendung jeweils besonders geeignet ist. Auch über die Sendungsbesprechungen hinaus stehen Erwachsenen auf der Flimmo-Webseite zahlreiche informative redaktionelle Inhalte zum Thema Kinderfernsehen zur Verfügung. Hierzu sind beispielsweise medienpädagogische Artikel zum Thema Fernseherziehung zu zählen sowie Berichte über von Flimmo eigens durchgeführte Kinderbefragungen zu typischen Fernsehgewohnheiten (ebd.). Neben Fernsehsendungen werden auf der Webseite außerdem noch weitere Kindermedien, z.B. Kinofilme oder Hörmedien, ausführlich besprochen. Durch die Suchfunktion besteht zudem die Möglichkeit, auch auf Besprechungen älterer Fernsehsendungen bzw. sonstiger Kindermedien zurückzugreifen. Zusätzlich zur Webseite veröffentlicht Flimmo dreimal pro Jahr eine Broschüre im Printformat mit Sendungsbesprechungen und weitergehenden Informationen zu aktuellen Themen zum Kinderfernsehen (ebd.). Sämtliche Broschürentexte sind auch online vorhanden, jedoch bietet die Broschüre den zusätzlichen Vorteil, dass sie von Institutionen, wie z.B. Kitas oder Schulen, in großer Stückzahl bestellt werden und anschließend z.B. bei Informationsabenden für Eltern ausgeteilt und eingesetzt werden kann.

Neben Flimmo ist mit der "Kinderfilmwelt" ein weiteres nennenswertes Onlineportal mit medienpädagogischer Informations-Intention vorhanden. Auf der gleichnamigen Webseite (www.kinderfilmwelt.de). werden allerdings, anders als bei Flimmo, ausschließlich Kinofilme für Kinder thematisiert. Für die Webseite verantwortlich zeichnet sich in diesem Fall das Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF). Mit der Kinderfilmwelt-Webseite richtet sich das KJF dem eigenen Selbstverständnis nach in erster Linie direkt an Kinder im Alter von 6-12 Jahren (KJF o.J.). Darüber hinaus werden auf der Webseite aber auch hilfreiche Informationen zur Beurteilung der pädagogischen Eignung von Kinderfilmen für Erwachsene bereitgestellt. In erster Linie beinhaltet die Webseite Filmkritiken zu Kinderfilmen. Diese Kritiken sind bewusst sehr verständlich und kurz geschrieben, wodurch sich Kinder im lesefähigen Alter beim Besuch des Online-Portals vermutlich ganz besonders angesprochen fühlen. Zwangsläufig spiegeln die Filmkritiken zumindest teilweise auch subjektive Eindrücke der jeweiligen Redakteure wieder, die nicht unbedingt immer auch den Eindrücken der Kinder selbst oder denen anderer Erwachsener entsprechen müssen. Jedoch ist hervorzuheben, dass mit den Filmkritiken auf der Kinderfilmwelt-Webseite ein erkennbarer pädagogischer Anspruch verfolgt wird.

So wird, ähnlich wie bei Flimmo, für jeden besprochenen Film auch eine eigene Altersempfehlung ausgesprochen. Diese Empfehlungen sind an wissenschaftlichen Erkenntnissen über kindliche Entwicklungsmerkmale orientiert und zugleich wesentlich differenzierter als offizielle Altersfreigaben. Die für diese Altersempfehlungen zugrunde gelegten pädagogischen Kriterien werden vom KJF auch transparent gemacht. So steht den BesucherInnen der Webseite unter anderem eine ausführliche Expertise zu pädagogischen Altersempfehlung für Kinderfilme zum Download zur Verfügung. Diese Expertise beinhaltet u.a. ein Kriterienraster, in dem verständlich erörtert wird, über welche kognitiven Fähigkeiten Kinder in bestimmten Altersphasen verfügen und welche formalen und inhaltlichen Filmmerkmale daher jeweils geeignet bzw. nicht für sie geeignet sind (KJF 2011). Unterschieden wird dabei zwischen den Altersgruppen "Kinder 4-5 Jahre", "Grundschulkinder 6 und 7 Jahre", "Schulkinder 8 und 9 Jahre", "Schulkinder 10 bis 12 Jahre" und "Schulkinder 13 bis 14 Jahre" (ebd.).

Insgesamt stellen sowohl Flimmo als auch die Kinderfilmwelt hilfreiche Quellen für Eltern und sonstige erwachsene Bezugspersonen dar, um sich über die pädagogische "Eignung" von Filmen und Fernsehsendungen genauer zu informieren – auch, aber nicht "nur" im Hinblick auf mögliche angstauslösende Potenziale einer Fernsehserie oder eines Films. Die Nutzung entsprechender Quellen erfordert allerdings natürlich auch eine grundsätzliche Bereitschaft Erwachsener, sich mit Film- und Fernsehinhalten überhaupt intensiver auseinanderzusetzen (Mikat 2007). Eine solche Auseinandersetzung ist gerade in der frühen Kindheit als wichtiger Baustein einer Film- und Fernseherziehung zu begreifen, bei der auch das Ziel verfolgt wird, Kinder vor Inhalten zu schützen, die (noch) nicht für sie geeignet sind.

6. Fünf Hinweise: Prävention film- und fernsehbedingter Ängste

Im Folgenden werden – wohlgemerkt auch hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit – fünf pädagogische Hinweise an Eltern und sonstige erwachsene Bezugspersonen (z.B. pädagogische Fachkräfte in Kitas) formuliert, die aus den bisherigen Ausführungen abgeleitet werden können. Die Hinweise beziehen sich vorrangig auf Präventionsmöglichkeiten film- und fernsehbedingter Angst, sind aber auch auf für den Umgang mit bereits vorhandenen Ängsten relevant.

  1. Offizielle Altersfreigaben und Jugendschutzbestimmungen sollten mit Blick auf die mögliche Auslösung film- und fernsehbedingter Ängste bei (Klein- und Vorschul-)Kindern auf jeden Fall Berücksichtigung finden! Von einer ausschließlichen Orientierung an offiziellen Altersfreigaben ist jedoch eher abzuraten – insbesondere, wenn dadurch keine eigene Auseinandersetzung mehr mit den Inhalten einer Sendung stattfindet!
    Offizielle Altersfreigaben, wie z.B. die der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle Filmwirtschaft), sind grundsätzlich durchaus hilfreiche erste "Hinweisgeber" dafür, ob eine Sendung  bereits für Kinder geeignet ist oder nicht. Sie sollten daher bei entsprechenden Entscheidungen durchaus beachtet werden. Bei Sendungen mit einer Altersfreigabe "ab 16 Jahren" oder "ab 18 Jahren" ist z.B. davon auszugehen, dass sie auch entwicklungsbeeinträchtigende Darstellungen enthalten können und daher für Kinder absolut nicht geeignet sind – erst recht nicht in der frühen Kindheit. Von solchen Sendungen sollten Kinder daher nach Möglichkeit (noch) ferngehalten werden. Auch sonstige gesetzliche Regelungen und technische Sicherheitsvorkehrungen zum Kinderschutz vor solchen Sendungen sollten von Erziehungsberechtigten ernst genommen werden. So sollte z.B. darauf geachtet werden, dass Kinder keine Sendungen im Fernsehen anschauen, bei denen vor oder während der Ausstrahlung darauf hingewiesen wird, dass sie für Kinder der entsprechenden Altersgruppe nicht geeignet sind. Weiterhin sollte z.B. bei der Nutzung von Video on Demand-Diensten darauf geachtet werden, dass Kinder keinen Zugriff auf ungeeignete Sendungen erhalten bzw. dass hierzu erforderliche PIN-Nummern oder Passwörter nicht in Kinderhände geraten.
    In mancher Hinsicht ist die Aussagekraft offizieller Altersfreigaben allerdings auch eingeschränkt. Vor allem sind diese – anders als die zusätzlichen Positivkennzeichnungen in Österreich –nicht als pädagogische Empfehlungen zu verstehen. Für den Erziehungsalltag bedeutet dies, dass sich bei vielen Sendungen eine genauere eigene Auseinandersetzung mit deren Inhalten empfiehlt. Das gilt besonders bei Unsicherheiten über deren Eignung für Kinder. Auf der einen Seite mag es z.B. Sendungen mit einer FSK-Altersfreigabe "ab 12 Jahren" oder "ab 6 Jahren" geben, deren Rezeption auch schon für manche jüngeren Kinder unproblematisch ist. Auf der anderen Seite kann es ebenso vorkommen, dass Sendungen mit einer FSK-Altersfreigabe ab "6 Jahren" oder sogar "ab 0 freigegeben" auch auf ältere Kinder stark angsteinflößend wirken und eigentlich noch nicht für sie geeignet sind. Eine ausschließliche Orientierung an Altersfreigaben kann somit manchmal auch zu unpassenden (Vor-)Urteilen führen.
  2. Regeln zum kindlichen Film- und Fernsehkonsum, die auch Verbote ungeeigneter Sendungen mit einschließen, sind in der frühen Kindheit von großer Bedeutung! Bestimmte Film- und Fernseh-Darstellungen sind aufgrund der möglichen Entstehung starker Ängste für Klein- und Vorschulkinder in besonderem Maße ungeeignet!
    Gerade in der frühen Kindheit sind restriktive Film- und Fernseherziehungsmaßnahmen, die auch Rezeptionsverbote inhaltlich (noch) ungeeigneter Sendungen umfassen, durchaus wichtig und sinnvoll. Zu solchen ungeeigneten Sendungen können grundsätzlich durchaus auch Kindersendungen zählen. Bestimmte Darstellungsmerkmale in einer Sendung erhöhen – unabhängig von Genre und offizieller Altersfreigabe – zumindest tendenziell das Risiko film- und fernsehbedingter Ängste bei Klein- und Vorschulkindern. Dies betrifft im Besonderen Darstellungen besonders unheimlich aussehender Charaktere sowie Darstellungen interpersonaler Gewalt (Cantor 2011, Valkenburg et al. 2000). Vor allem, wenn die Hauptfiguren in einer Sendung selbst noch Kinder sind und in besonders gefährliche Situationen geraten oder wenn diesen sogar Gewalt angetan wird, kann die Rezeption für Kinder mit besonderem Stress verbunden sein (Holzwarth 2009, Neuß 1999a,). Solche inhaltlichen Merkmale sollten daher von Erwachsenen bei der Beurteilung der Eignung einer Sendung für Kinder in diesem Alter in jedem Fall beachtet werden.
  3. Bei Beurteilungen möglicherweise angstauslösender Film-und Fernsehdarstellungen für (Klein- und Vorschul-)Kinder stehen Erwachsenen mit medienpädagogischen Informationsangeboten wie z.B. Flimmo und Kinderfilmwelt hilfreiche zusätzliche Informations- und Orientierungsangebote zur Verfügung!
    Erwachsenen wird die Aufgabe, die Eignung einer Sendung für Kinder zu beurteilen, wahrscheinlich nicht immer leicht fallen. Ihnen stehen diesbezüglich allerdings nützliche medienpädagogische "Beurteilungshilfen" zur Verfügung, deren Informationsgehalt weit über den offizieller Altersfreigaben hinausgeht. Auf den beiden Webseiten www.flimmo.tv und www.kinderfilmwelt.de lassen sich zu zahlreichen aktuellen Filmen oder Fernsehserien verständlich geschriebene Informationen darüber finden, inwieweit diese für Kinder bestimmter Altersgruppen bereits geeignet sind oder (noch) nicht. Der Aspekt möglicher angsterregender Darstellungen spielt bei diesen pädagogischen Sendungsbeurteilungen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus berücksichtigen die verantwortlichen Redakteure aber auch noch zahlreiche weitere Faktoren, denen im Hinblick auf die Film- und Fernsehrezeption von Kindern besondere pädagogische Bedeutung beizumessen ist.
  4. Bei Beurteilungen möglicherweise angstauslösender Film-und Fernsehdarstellungen für (Klein- und Vorschul-)Kinder sollten bisherige Beobachtungen der kindlichen Verarbeitung von Sendungsinhalten berücksichtigt werden! Gerade das gemeinsame Anschauen Erwachsener und Kinder von Sendungen (Coviewing) kann zudem dazu beitragen, möglichen negativen Rezeptionswirkungen direkt entgegenzuwirken!
    Trotz bestimmter allgemeiner entwicklungsbedingter kognitiver Besonderheiten in der frühen Kindheit rezipieren und verarbeiten Kinder auch in dieser Altersphase Film- und Fernsehinhalte durchaus bereits individuell verschieden. Es ist daher aus pädagogischer Sicht von immenser Bedeutung, Kinder und deren individuelle Rezeptionsmodi zunächst einmal „kennenzulernen“. Das bedeutet, dass Erwachsene aufmerksam dafür sein sollten, wie genau ein Kind sich eigentlich beim Anschauen einer Sendung verhält. Coviewing – verstanden als das gemeinsame Anschauen einer Sendung von mindestens einem Erwachsenem und einem Kind – ist in diesem Zusammenhang von zentraler Bedeutung. Zum einen kann sich eine erwachsene Bezugsperson durch Coviewing selbst ein genaues und unverfälschtes Bild von der Sendung und den darin enthaltenen Darstellungen machen. Diese Eindrücke ermöglichen oft, fundierter Entscheidungen über deren Eignung für Kinder zu treffen, als dies z.B. allein auf Grundlage einer offiziellen Altersfreigabe möglich ist. Noch entscheidender ist, dass es erwachsenen Bezugspersonen durch Coviewing ermöglicht wird, sich auch ein genaues Bild davon zu machen, wie die Kinder selbst Film- und Fernsehdarstellungen wahrnehmen und ob sie diese angemessen verarbeiten können oder (noch) nicht (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2011, Six/Gimmler/Vogel 2003,). So werden kindliche Angstreaktionen bei der Rezeption einer Sendung oft durch Coviewing überhaupt erst erkennbar. Bei entsprechenden Beobachtungen können dann zugleich unmittelbare pädagogische Interventionen erfolgen, etwa durch eine Unterbrechung oder das Ausschalten der Sendung.
    Darüber hinaus gilt es aber auch, auf mögliche Medienspuren von Kindern zu achten, die sich erst nach der eigentlichen Rezeption im kindlichen Verhalten bemerkbar machen. Zu solchen Medienspuren sind z.B. Äußerungen im kindlichen Rollenspiel zu zählen oder gemalte Bilder bzw. sonstige von den Kindern erzeugte "Produkte", die auf Szenen oder Charaktere einer Sendung Bezug nehmen (Götz/Lemish 2006a, Götz/Lemish 2006b, Lemish/Götz 2006, Neuß 1999a, Neuß 1999b). Erwachsenen Bezugspersonen können solche Medienspuren von Kindern als wichtige „Hinweisgeber“ für deren individuelle Wahrnehmung und Verarbeitung von Film- und Fernsehinhalten dienen. Außerdem können die beobachteten Medienspuren als Ausgangspunkte für gemeinsame Gespräche zwischen Erwachsenen und Kindern über deren Film- und Fernseherlebnisse genommen werden.
  5. Bei Beurteilungen möglicherweise angstauslösender Film-und Fernsehdarstellungen für (Klein- und Vorschul-)Kinder sollten Informationen, die man aus gemeinsamen Gesprächen mit Kindern über die von ihnen rezipierten Sendungen erhält, berücksichtigt werden!
    Gemeinsame Gespräche zwischen Erwachsenen und Kindern über angeschaute Filme oder Fernsehsendungen – auch als aktive Film- und Fernseherziehungsmaßnahmen benennbar – sind in vielerlei Hinsicht von unschätzbarem Wert. Hierdurch werden den erwachsenen Bezugspersonen Einblicke in die kindliche Perspektive auf Film- und Fernsehdarstellungen ermöglicht (Six/Gimmler/Vogel 2000, Six/Gimmler/Vogel 2003). Diese Kinderperspektive unterscheidet sich oftmals von der Perspektive Erwachsener. Als umso wichtiger ist daher auch zu betrachten, Kindern bei solchen Gesprächen stets wertschätzend entgegenzutreten. So sollten z.B. auch Sendungen und darin vorkommende Figuren, die Erwachsene selbst eher kritisch betrachten, die jedoch zugleich bei Kindern besonders beliebt sind, nicht gleich im Vorhinein verbal "abgewertet" werden (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2011). In der frühen Kindheit sind den Zielsetzungen mancher gemeinsamer Gespräche über Film- und Fernsehdarstellungen noch gewisse (kognitive) Grenzen gesetzt. Dies gilt etwa für Gespräche, in denen Erwachsene mögliche film- und fernsehbedingte Ängste von Kindern verhindern oder lindern möchten, indem sie die Kinder darauf aufmerksam machen, dass die Darstellungen in einer fiktionalen Sendung nicht real sind. Denn gerade die Unterscheidung zwischen Realität und Fantasie bereitet Klein- und Vorschulkindern oft noch große Schwierigkeiten (Cantor 2011). Hieraus geht jedoch wohlgemerkt nicht hervor, dass gemeinsame Gespräche über rezipierte Sendungen deswegen in der frühen Kindheit grundsätzlich weniger bedeutsam sind. Schließlich ermöglicht ein gemeinsamer Dialog über angeschaute Sendungen auch hier Erkenntnisse über bereits vorhandene und über (noch) nicht vorhandene Wahrnehmung- und Verarbeitungsfähigkeiten. Es ist nicht auszuschließen, dass Erwachsenen mitunter erst durch solche Gespräche bewusst wird, wenn Kinder durch bestimmte Sendungsinhalte nachhaltig verängstigt wurden. Ebenso ist es aber auch denkbar, dass Erwachsene durch entsprechende Gespräche feststellen, dass Kinder durch bestimmte Sendungsinhalte – anders als vermutet – gerade nicht verängstigt wurden. Informationen, die Eltern aus solchen Gesprächen erhalten, können dann zur Beurteilung der Eignung bestimmter Sendungen für ein Kind sinnvoll mitherangezogen werden.
    Wenn Kindern bestimmte Sendungen verboten werden, können ergänzende gemeinsame Gespräche ebenfalls sinnvoll sein, um zu versuchen, Kindern diese Verbotsentscheidungen auch zu begründen – selbst wenn solche Erklärungen von vielen Kindern dann vermutlich (noch) immer nicht gänzlich nachvollzogen werden können (Six/Gimmler/Vogel 2003).

7. Fazit

In diesem Artikel wurde die Frage behandelt, welche Besonderheiten sich in der frühen Kindheit im Hinblick auf film- und fernsehbedingte Ängste durch die Rezeption fiktionaler Sendungen verzeichnen lassen und welche pädagogischen Implikationen sich hieraus ergeben. Plädiert wurde in diesem Zusammenhang für eine in Ansätzen bewahrpädagogische, aber stets am Entwicklungsstand eines Kindes orientierte Grundhaltung. Deren Umsetzung, so wurde argumentiert, solle sich insbesondere darin äußern, dass Kindern im Kleinkind- und Vorschulalter die Rezeption bestimmter Sendungen aufgrund der möglichen Entstehung starker Ängste bewusst (noch) nicht gestattet wird. Begründet wurde diese pädagogische Position primär anhand der Erörterung entwicklungsbedingter Besonderheiten in der frühen Kindheit, und zwar vor allem der noch bestehenden kognitiven Schwierigkeiten zur Differenzierung von Realität und Fantasie. Es wurde jedoch auch explizit darauf hingewiesen, dass Beurteilungen Erwachsener darüber, ob eine Sendung möglicherweise furchteinflößend für ein Kind ist, stets auf einer vorherigen fundierten Auseinandersetzung beruhen müssen. Im Rahmen einer solchen Auseinandersetzung sind sowohl die jeweils in einer Sendung enthaltenen Darstellungen als auch der jeweilige individuelle Entwicklungsstand eines Kindes zu berücksichtigen.

Die "Lösung" zur Vermeidung film- und fernsehbedingter Ängste in der frühen Kindheit ist also keinesfalls in einer Bewahrpädagogik zu sehen, die darauf bedacht ist, alle film- und fernsehbedingten Ängste durch eine vollständige Ablehnung von Film- und Fernseheinflüssen zu verhindern. Angesichts des mediatisierten Umfeldes, in dem Klein- und Vorschulkinder aufwachsen und vor allem angesichts der stets ebenfalls mit zu denkenden schon vorhandenen Rezeptionsfähigkeiten der Kinder, erscheint eine solche Vorstellung geradezu utopisch und auch nicht zielführend. Es sei hierzu auch noch einmal darauf verwiesen, dass in der Regel gar nicht alle durch Film und Fernsehen ausgelösten Ängste verhindert werden können, aber auch nicht müssen, da sie teils eher als Angstlust, denn als Angstschrecken zu verstehen sind (Theunert/Pescher/Best/Schorb 1992) und mitunter sogar entwicklungsförderlich sein können (Bachmann 2007, Mikat 2005). Auch wenn in der frühen Kindheit Maßnahmen einer restriktiven Film- und Fernseherziehung zur Angstprävention besonders wichtig sind, ist der ebenfalls hohe Stellenwert anderer Erziehungsmaßnahmen, wie dem gemeinsamen Anschauen einer Sendung sowie dem gemeinsamen Sprechen darüber, nicht zu leugnen.

Letztendlich ist das "pädagogische Ideal" einer frühkindlichen Film- und Fernseherziehung wohl in einer Film- und Fernseherziehung zu sehen, die einerseits so bewahrpädagogisch wie nötig, andererseits aber auch so kompetenzorientiert wie möglich verankert ist. Es ist nicht zu leugnen, dass die Umsetzung eines solchen Ideals die Erziehungsberechtigten in der Realität vor große Herausforderungen stellt. Die Umsetzung einer solchen Film- und Fernseherziehung ist jedoch als ein sehr lohnenswertes Unterfangen aufzufassen, um einen allzu defizitären Blick auf frühkindliches Rezeptionsverhalten zugunsten eines stärker ressourcenorientierten Blicks aufzugeben. Dies schließt auch den kindlichen Umgang mit potentiell angsterregenden Darstellungen ein. Gleichwohl gilt es hierbei für Erwachsene aber in jedem Fall immer auch, dem Aspekt des Schutzes von Kindern vor potentiell schädlichen (Film- und Fernseh-)Einflüssen gerecht zu werden. Aufgrund der besonders starken Abhängigkeit von erwachsenen Bezugspersonen ist dieser Aspekt gerade in der frühen Kindheit von elementarer Bedeutung.


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